244 Betrachtung
ren worden/wann Sie in IhrerDemuth waren verblieben; undwie bist du gesinnet ? Ach! glück-seelig und aber glückseelig / wanndu gern demüthlg/und lieber ge-horsamen als herrschen wilst.
Dcr dritte Punct.
0^>Etrachtc die grosse Liebe/wel-^che Kasinnrus fürnemblichzur Keuschheit getragen; dannweil sein letzte Kranckhelt alsobeschaffen gewesen / daß selbigenicht anders als durch den Ehe-stand könte geheilet werden / undhiemtt so wohl seine Freund alsdie kictl.c, Jhnne cyfferigist ge-betten/ Er solle zu dtsem End inden Ehestand tretten/ habe Erbeständig nein darzu gesagt/ undhiemit lieber stervert/ als sichverheyrathen wollen. Da Eralso die Stund seines Lodtsvorgesagt/ habe Er sich mit denHH. Sacramenten lassen ver-sehen / und mit den Worten :
HErr / in deine Hand befihle ichmeinen Geist/ in der VestungVilns sein Leben geendet / imJahr Khristt i484.ftines Altersim 25. dessen Seel von den HH.Englen in den Himmel getragen/der Leib aber in der Thum-Kir-chen zu VUnL begraben seye wor-den.
v-mrlcenz! Wünsche Erst-lich dtsem keüschen und Jung-frawlrchen Märtyrer Glück/daßEr durch einen freywilligenTodtdie Begierlichkeit deß Fleischesüberwunden/ und verdient mitdem Krantzletn der Marter/ undderJungfrawschafft geziert rmdgefrönt zu werden. Trage einsonderbahreLiebe zu disemJung-frawltchen Heiligen/ insonder-heit/ wann du mir dem Gelübdder Keüschheit verbunden / undeutschliesse dich/chender zu ster-ben/ als selbige zu verlichren;Und ist dir diß Exempel nichtgnugsamer Antrieb/stelle dir vorAugen vil andere Mann-undWclbs-Persohnen/ welche fürdie Keüschheit Ihr Leben aufge-opffert/ und setbige zu erhalten/auß Antrieb deß Heiligen Geistssich selbsten umbs Leben ge-bracht. An statt aller soll dirgnug seyn das Exempel der Hei-ligen rbba,Abbttßin in Schott-land/deß Heiligen öcneülÄi Er-dens/welche/ weil Sie geforch-ten den Einfall der Dannenmar-cker/und daß Sie und Ihre liebeMit-Schwösteren von denselbi-gen möchten geschandt werden/ergreifft Sie ein Schermesser/schneit Jhro die Nasen sambt
den