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Dieses Jahrhundert ist das herrlichsteZeugniß, daß die Unruhen der Kirche,nicht weit von den Unruhen des Staatsentfernet sind; daß das Joch der Gewal-tigen zu sinken beginne, wenn das Jochdes Glaubens von den Schultern abgewäl-zet ist. Der Irrthum ist in der Widerspen-stigkeit erzeuget worden, und da er dieGrundfesten des Glaubens wankend macht,erschüttert er auch die Throne und Reiche,und bringt Rebellen hervor, da er sich An-hänger verschaffet. Er macht seinen An-hängern weiß, daß sie sich ihrer Vernunft
ge-
Kirche von Jesu verlieben worden, können sie nicht ha,bcn; denn er bleibt bey ihr. Luther, und alle, die'ich erzählen werde, ihre Feinde .und Spalter konnten. ihn ihr nicht nehmen.. .
Das letzte Gespräch ist eine Untersuchung aller unge»offenbarten Religionen- Den Schluß kann man auSdiesem Merke auf folgende Art machen- Entweder ma-chen alle Religionen wovon barmn die Rebe ist, selig;oder nur eine einzige / Mindest kann diejenige selig ma«chcn, die man für die einige geoffenbarte wahre hält.Denn wenn alle selig machen ; so macht ja auch die ei-nige selig. Wenn aber im Gegentheile nur die aller»nig wahre selig macht; so ist es mit allen andern ge.fehlt. Folgt, daß man, wenn man in den übrigen ge.winnt, auch gewinne in der, die man für die göttlicheallein wahre hält; wenn man aber in den übrigenverliert, alles verloren sey, daß es eine Blindheit, et-was so großes nur auf das Spiel setzen ; dadurch manGefahr läuft, alles zu verlieren , und beynebens kein,Hoffnung hat, etwas zu gewinnen, das man nicht aufeine gewissere Art gewinnen konnte-