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Die Religion am Ende des achtzehnten Jahrhunderts / von Paulin Erdt
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gebrauchen» wenn sie um ihre Freyheit merhalten» das Joch der Geistlichen abschüt-teln, und die Macht» und das Ansehen,das der Herr der Kirche verliehen hat,sich selbst eigenmächtig zueignen.

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e7>er Reih der Neuigkeit schmeichelte, lock-te» und riß einige Unbehutsamen ansich. Sie vergaffen, baß, wenn man sichan einem Stücke des Gesetzes vergreife,das ganze Gebäude umstürze. Man woll-te zwar das Joch des Glaubens auf sichnehmen» aber dasselbe sich selbst auflegen,und angenehm machen; indem man nachseinem Gefallen davon hinweg nahm. Andiesen Klippen hatten in diesem Zeitalter ei-nige von Gelehrten gescheittert. Der Glau-be kam ihnen nur deßwegen als etwasschweres vyr, weil er die Leidenschaften indie Ordnung bringt, nicht weil er Geheim-nisse vorträgt.

Die Religion legt uns nicht nur Ge-heimnisse vor, die unsern Verstand über-steigen ; und verbiethet uns den Gebrauchder Vernunft nicht gänzlich. Sie hat ihrLicht, und ihre Finsternisse. Der Gehor-sam des Gläubigen muß auf einer Seitevernünftig» auf der andern verdienstlich seyn.Die Religion hat zwar keine Mittel, dieO z web