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Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St.Gallen / herausgegeben auf Veranstaltung und mit Unterstützung des Kath. Administrationsrathes des Kantons St. Gallen
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CODEX 358 359.

358. Papier 2° s. XVI; 3°7 Blätter zweispaltig. Von vorn defekt.

M i s s a 1 e.

359. Pgm. in schmal Polio (28 u. 12*4 C.) s. IX/X mit Zusätzen des XII u. XIII;162 (166) Seiten. In ein Holzkästchen (mit geschnitzter Platte von gelblichemElfenbein) verkehrt cihgeheftet.

1) S. 223; Hymnen und Alleluia in jtingern Einträgen vonmehrfacher Hand; ebenso S. 159 162.

2) S. 24158 (Titelseite in grosser rother Uncial): 'Dominicaprima de adventu dni statio ad scm Andream post presepe antiphonaad introitum. Ad te levavi etc. S. 26: Nat. S. Luciae. S. 32: YmnusIII puerorum. S. 39: Puer natus. S. 40: S. Stephanus. S. 43: NataleInnocentum (mit Notkers Sequenz: Laus tibi Christe Te martyrum).S. 57: Nat. S. Gregorii. S. 103 106: Cantica prophet. S. 113 117:Tiburtius etc. bis Urbanus. S. 118138: Petrus et Marcellinus etc. bis: S. Andreas. S. 138: De trinitate. S. 139145: Dominicae(IXXHI) post octav. Pentec. S. 145158: Alleluia dominicales.

Dieses sogen. Antiphonarium S. Gregorii ist ein Gra-du ale, welches in Vielem von der Ausgabe des GregorianischenAntiphonars in Dessen Opp. HI, p. 653 abweicht. Dagegen ist einEinsiedler Codex (No. 121 saec. X) dem S. Galler nächstverwandt,obgleich vollständiger. Facsimile der Seiten 24158, bis an dieletzten halb abgeriebenen Theile, in: Antiphonaire de S. Gregoirepar le P. Lambillotte d. 1. C. de Jesus Paris 1851. 4° mit einerAbbildung der Elfenbeintafel. Facsimile der pag. 25 in Monum.Germ. II Tab. VI; zwei andere bei Schubiger Sängerschule Monum.No. 7 und 11 und bei Raillard Explic. des nejnnes. Paris 1859. I. v. Arx hielt den Codex für die laut Ekkeharts Casus (Monum.Germ. H, 102 3) vom Sänger Romanus unter Pabst Hadrian(772 95) nach S. Gallen gebrachte röm. Kopie des authentischenAntiphonars Gregors d. Gr. Siehe dagegen Schubiger Sänger-schule S. 78 Note 6 und Raillard a. a. 0. p. 90. Abgesehen vonden dort angegebenen innern Gründen ist auch der Schriftzug derdes IX/X., nicht des VIII. Jhs.; das v im Inlaut (mvltitudo,jvstus), das z. B. im Solin, Cod. No. 187 Ueberschrift, wieder-kehrt, gehört ebenfalls zu den Merkmalen des X. Jhs. Die rotheInitiale A p. 25 hat nicht das mindeste Eigenthümliche und gleichtvöllig derjenigen in Cod. 454 p. 2 (saec. IX).

Das Kästchen ist mit einer Elfenbeintafel versehen (31 u. 9 C.),die in vier Feldern übereinander Männer im Kampf gegen Frauen