CODEX 550.
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550 . Pgm. 8° s. IX exeunt.; 242 (246) Seiten von Mehrern auf Pergameut-ahfällen.
1) S. 1—2 und 235—242: Fragmentum grammaticale de II etIII declinatione. — S. 3: Passio S. Georgii; S. 29: SS. Felicis etRegulae. S. 39: De inventione S. Michaelis. S. 54 — 55: Adjura-tiones (III).
Die Ziircherlegende hier, in ältester Gestalt wie in No. 225 undim Cod. Turic. A. 3, nur ohne den Namen des Florentius amSchluss. (Siehe Ztircli. Ant. Mitth. I und VIII p. 11 nebst denAnmm. p. 5.) Dieses Stück ist schwerlich die ‘Passio S. Fel. etReg. in 1 quaternulo ’, die Grimalt der Bibliothek verehrte lautKatalog No. 267 p. 32 lin. 13 (Weidm. Gesch. p. 400).
2) S. 56 —145 und 146 —161: ‘Incipiunt cartae’ etc. (halb erlo-schene Rubrik. Es sind Literae formatae Augienses (LVIII) undMurbacenses (XXVI), früher irrig Formulae Isonis geheissen.
Aus dieser Hs. gedruckt in E. de Roziere Formules d’apres unMsc. de S. Gail. Paris 1853. 8°; die Nummern 3 —14 von Dem-selben aus einer Strassburgerhs. Paris 1853. 8°; alle zusammen,nebst vielen andern in Desselben Recueil general de Formulesetc. Paris 1859. 8° (1114 pp. in II Abth.). Die in den Formelndes Cod. 550 genannten Personen: Pabst Gregor IH, Karl d. Gr.,Bischof Prudentius von Troyes, die Aebte Amico und Sindpertvon Murbach und Walafrid Strabo von Reichenau gehören sämmt-lich dem VIII. und IX. Jh. an.
Die Formeln sind keine st. gallischen, also schon deshalb nichtvon Iso; auch ist Codex 550 viel zu unsauber und inkorrekt, umvon jenem gelehrten Manne herzurühren. Es fand hierbei eineVerwechslung mit andern Formularen statt, die Goldast in seinerCenturia Chartarum (Scriptt. Alem. II) unter No. 9, 16, 25, 34 und66 als Briefmuster Iso’s für seine Schüler gibt ‘quas in primocodice Epigrammatum Walafridi, ipsius Isonis manu scriptas habe-mus’ (also nicht in Cod. 550 und überhaupt in keiner hier nochvorhandenen Hs., dagegen im Vatican Bibi. Christinae reg., alsoans Goldast’s Besitz, s. Pertz Archiv XII, p. 282 No. 469 ‘For-mulae Isonis et Walafr. Poem.’). Unter No. 84 fügt er eineUrkunde hinzu, die nun wirklich von Iso ausgestellt ist (No. 539Wartmann, v. J. 868). Von dieser sagt er aber, sie gehöre demJahr 913 an und Iso sei a° 909 Kellermeister und Magistergewesen; zugleich weist er auf Tom. I (p. 145 Ed. 3) hin, wo dochdas Todesjahr Iso’s richtig, nach den Ann. maj., auf 871 gesetzt