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CODEX 553.
hat Arx selbst gleichfalls vom Majordom, also von Othmar’s Zeitc. 745 verstanden. Dass der Schreiber oder Bearbeiter von Cod.553 ein Alemann und kein Schotte war, erhellt allerdings ausdem Wort ‘nostratibus’ p. 170 Cod. (p. 2 Meyer); dies verbietetaber nicht, den Autor des verlornen Originals, nach dem ältestenZeugniss in der Vorrede zu Notker’s Vita S. Galli, für einenSchotten zu halten. Woher Metzler den Namen Wettin für Cod.553 entnahm, sagt er nicht; vor ihm nennt ihn kein uns nocherhaltenes Zeugniss. Einen Zweifel äussert er nur hinsichtlichder Heimat (De ill. vir. Pez Tlies. I, p. 564): Porro eandem etiamvitam scripsit Wettinus quidam, sed num ille D. Galli monachusfuerit, ignoro. Claruit Gozberto abbate. Goldast citirt den Cod.553 gleichfalls immer als Wettin (n, 196 Ed. 1), ohne eine Quelleanzugeben, vermuthlicli also auf Metzler’s Autorität; seine Aus-züge (S. 385, 386 u. ff.) stimmen ebenso wörtlich mit Cod. 553überein, als diejenigen von Metzler. Der spätere BibliothekarSchenk führt in seinem Katalog Cod. 1280 p. 87 die ältere Bio-graphie abermals u. d. N. ‘Vita Wettini’ auf; desgleichen endlichKolb Cod. 1401 p. 164: S. Galli vita, authore Wetino Augiensi,an nostro? nam duo diversi erant, necdum compertum habeo.(Diese zwei Zeilen sind übrigens Alles, was Kolb von der ganzenNo. 553 beibringt.)
Die im ältesten Stiftskatalog No. 728 p. 14 von erster Handeingetragene ‘Vita SS. patrum Columbani et Galli in vol. 2' d. h. inzwei Exemplaren, mit der Randnote saec. X. ‘antiq. dictata’ d. h.alter Abfassung soll nun nach Arx wiederum die No. 553 sein, daletztere ebenfalls beide Vitae enthält, die der Katalog angibt.Weil aber hier von zwei Exemplaren die Rede ist, so muss manwohl auch an das alte Original denken. Dazu nöthigt überdiesder Katalog von 1461 in Cod. 1399 (Weidm. Gesch. p. 411), wel-cher ausdrücklich eine doppelte Abschrift notirt, erstens unterder Sign. D, 10: Vita S. Columbani et prima descriptio viteet miraculorum SS. Galli et Othmari — und zweitens R. g.: VitaSS. Columbani et Galli ejus discipuli. Metzler (f 1639) ist derletzte, der zwei Vitae neben denen von Walafrid, von Notkerund neben der metrischen kennt; Schenk (f 1706, also vor demZürichkrieg) verzeichnet nur noch Ein Exemplar, ebenso Kolb unddie Neuern. Alles Gesagte zeigt, dass mit Unrecht Cod. 553 seitI. v. Arx die ‘Vita prima’ genannt wird. Zur Beschaffenheit derHs. passte es ebensogut, wo nicht besser (bestimmte Zeugnisse