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CODEX 614.
614 . Pgm. 4° min. s. IX, X, XII; 340 Seiten von Mehrern (mit Beischriften vonVadian und Goldast).
1) S. 4 — 75 (s. X); Sermones, Augustino et Chrysostomoinscripti (neun Predigten von S. 4 — 47 und eine von S. 65 — 75; amEnde: ‘Expliciunt.’ Dazwischen S. 48 von anderer doppelter Handsaec. X zwei Hymnen: ‘Fabrice mundi polumque’ (mit Neumen) und:‘Christi hodierna pangimini.’; und S. 49 — 65 eine Predigt ohne Ueber-schrift mit dem Anfang: ‘Legimus in eccles. historiis quod scs bone-facius’ (gedruckt als Homilia in nativit. SS. in *Beda’s Opp. VH, 151bis 154, aber mit zwei Einschaltungen des Codex, die in den Opp.fehlen: Einem Gebet (‘0 beata di. genetrix’) S. 61 — 63; und demAbsatz: de Heremitis S. 63 (‘Sic et anachoretarum singulare’ etc.).Diese Predigt fehlt in den Initia P. P.
2) S. 76 — 77 (s. XIII): Abbates S. Galli (S. Gail. Mittb. XI,p. 126) und S. 78 —134 (saec. X): Casus S. Galli ed. a Katperto.(Aelteste Abschrift; nach diesem Codex gedr. in Monum. Germ. II, 61mit Facsimile und von G. Meyer in S. Gail. Mitth. XIII; früher beiGoldast Scriptt. I, p. 19 — 34 (Ed. 1), der 6 Hss. aufzählt; 5 sind nochhier vorhanden. Ueber Ratpert magr. f 25. Oct. c. 902 s. St. Gail.Mitth. XI, p. 105; XIH, p. VI : —XV; Goldasti, p. 2; Monum. H, 59 bis60; Wattenbach Deutsch! G. Q. p. 181 (2. A.). Kritik seiner Nachrichtenbei Th. Sickel in S. Gal! Mitth. IV (1865) p. 1 — 22; dazu L. OelsnerJahrb. d. frank. Reichs (Leipz. 1871) p. 328 — 337 und 509 — 515 undG. Meyer in seiner Ausgabe.
3) S. 136 —182 (s. X): Canones Pseudo-Remedii (Registermit 75 Titeln, Text mit 50, unvollendet).
Es sind Pseudo - Isidorische Dekretalen von Clemens und Ana-klet bis Urban I. Die Titel I—VIII p. 136 — 145 Cod. enthaltenAuszüge aus den 3 Briefen des Clemens No. X, XI, XII Jaffe.Unter dem in keiner Hs. genannten supponirten Namen Remediusist die Sammlung hsgg. von Goldast Scriptt. II, p. 157 —172, dazup. 154 (Ed. I); aus einer Münclinerhs. von F. Kunstmann Dissert.inaug. Tubing. 1836. 8°. Nach diesem Herausgeber stammt sieaus der Bretagne, nach Knust in Theo! Stud. und Krit. 1836 I,p. 161 aus Bayern v. J. 896.
Die Namengebungen Goldast’s, die so viel Irrungen in derLiterärgeschichte verschuldet haben, sind überall, wo nicht ganzbestimmte Zeugnisse vorliegen, als blosser Einfall oder absichtlicheFiktion zu betrachten. Er gab selten anonyme Schriften heraus,weil ein Verfassername mehr Aufmerksamkeit auf seine Lohn-