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Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St.Gallen / herausgegeben auf Veranstaltung und mit Unterstützung des Kath. Administrationsrathes des Kantons St. Gallen
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CODEX 915.

915 . Pgm. 4 0 (24 u. 18 C.) s. X u. XI ; 353 (352) Seiten zu 24 Zeilen von viel-facher Hand auf starkem grauem Pergament mit öfters verblasster Dinte.Das letzte Blatt fehlt; anderes Mangelnde ist durch dünnere weisse Blätterdes XI. Jh. ergänzt. Zweiter Einhand und Schnitt, der am obern Bande bisnahe zum Text geht.

1) S. 1 26 (ohne Ueberschrift, ausgenommen von anderer Handroth:in nomine domine)- 'Anno ab incarnatione dni (in schwarzenMajuskeln) etc. bis:proprio agere fratre. (Dreizehn St. GallischeConfraternitätsurkunden; mit Purchardus dux Alamannorum(S. 1), Ratpolt Treverensis episc. (S. 12), Luitward Cumanus episc.(S. 2), Morbachiense monast. (S. 23), Keonwald episc. (S. 5), Adal-bero episc. August. (S. 6 8), Chuonradus Constant, ep. (S. 1112),Eginolfus Losenensis ep. (S. 1315), Augense coenobium a° 800(S. 1920 und noch einmal von anderer Hand S. 25), Augiense coe-nobium a° 945 (S. 20 22), Kero Saxonicus marchio (S. 22 23),Conoebia Bobii, Desertinense et Schinense (S. 25 26), Kinova monast.(S. 26).

Die Nachrichten wurden an Urkundstatt alsPrototypa oderAutographa, wie Metzler sich ausdrückt (Chronik p. 392, 433)in dies Regelbuch eingetragen, was auch die Verbrüderungenmit Reichenau und mit Kero selbst angeben (S. 22 und 23).Andere Urkunden darüber gab es nicht. Abdrücke in der Doku-mentensammlung des Stifts, in Goldasts Scriptt. II, 180 (a° 1606,aus Cod. 453) und genauer in St. Gail. Mitth. XI p. 13 24 mitEinl. p. 4 7 von Dümmler und Wartmann. Das wenig bekanntemonasteriumSchinense p. 26 war ein Benediktinerstift, seit dem13. Jahrh. Probstei von Reichenau und mit Ietzterm aufgehoben(s. Wattenbach Zeitschr. d. Oberrheins 24, 1, p. 2). Im J. 1474übergab Probst Ulrich Schenk einige Bücher an Reichenau, dievorher der Probstei Schinen gehört hatten. Serapeum III, p. 11.Schienen, ein Dorf, liegt zwischen Radolfzell und Stein a. Rh. aufdem Schienenberg. Viele Berge heissen Scliin d. h. vermuthlichHöhe, verwandt mit ital. cima. Ueber die Sitte der Confrater-nitäten oderfratres conscripti in regula s. in martyrologio s. inlibro vitae vgl. Mabillon Annales III p. 76 77.

2) Zwischen den Confraternitäten sind eingetragen S. 2 am Randeein altes Inhaltsverzeichniss des Codex (von S. 27 an); S. 34:Nomina abbatum qui in monasterio sci galli prefuerunt (ältesterAbtskatalog mit mehrern jüngern Fortsetzungen; gedr. bei Goldast1 p. 149 Ed. I, Monum. Germ. II, 35, St. Gail. Mitth. XI p. 125 u. ff.