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Franz Kemdny.
hielt und worin er auf das Beispiel Englands hinweist, heifstes: »Selbst das Programm der Volksschule bildet eine wahreEnzyklopädie des menschlichen Wissens, und ein Viertel derMitglieder der französischen Akademie könnte die furchtbarenPrüfungen, die man den Zöglingen der höheren Primärschulenauferlegt, nicht mit Erfolg bestehen.« (?)
Solche Urteile, aus patriotischem Munde gesprochen, müssenunter allen Umständen nachdenklich stimmen und bei einemeventuellen heimischen Versuch zur gröfsten Vorsicht mahnen.Denn nur zu begründet sind die Zweifel, ob denn dieser Moral-unterricht das Palladium der Weltverbesserung, das Elixier deskommenden goldenen Zeitalters sei.
Litteratur (s. auch Patr. Erzhg.). Mabilleau: Cours de morale .Mabilleau: Cours d 1 Instruction civique (Hach.). — Barrau: Devoirs desenfants envers leurs parents (H.). — Bar rau: Livre de morale, pratique, ou choixde prdceptes et de beaux exemples (H.) — Franck: Morale pour tous (H.) —Jost et Braunig: Lectures pratiques, instr. morale et civique (H.). — J. Simon:Le livre du petit dtoyen (H.). — Lamarche: Nos devoirs et nos droits (Picard,il].). — Burdeau: Devoir et patrie (P. ill.). — P. Bert: L'instruetion civiquea l’dcole, notions fundamentales (P. ill.). — Car rau: Cours de morale pratique(P.). — P. Laloi: La premiere annde d’instruction morale et civique (Colin). —Lamarche: L’dquilibre social { Lebegue).— Franck d’Arvert: ,, InstitutionNationale“ petit traitd de philosophie pratique (Cerf). — Für die reifere Jugendist bestimmt, die Bibliotheque du droit mis a la portde de tout le monde, parM. Acollas (Delagrave, bis jetzt 12 Hefte). —
Von bibliographischem Interesse dürfte der Nachweis sein, dafs einWerk von ähnlichem Typus bereits im 16. Jahrhundert erschienen ist:Miroir de la jeunesse pour la former a bonnes moeurs et civilitd de la vie. Poitiers1559.—16. Frisch aufgelegt u. d. T.: Civilitd honeste pour les enfans. Paris1560—8 und noch öfters.
B) Physische Erziehung, Sport. Jules Rochard’s be-rühmter Artikel in der Revue des Deux Mondes erweist sich inseinen Folgen als geradezu epochemachend: seine überzeugendeBeweisführung und das universelle Interesse an dem Gegen-stände selbst vermehren täglich die Zahl seiner Anhänger inder Litteratur und im Leben. Mafsgebende Persönlichkeitenin den verschiedensten Lebensstellungen sind darüber einig,dafs die einseitige geistige Bildung unserer Tage zu verdammenist und dafs das Gespenst der geistigen Überbürdung keinimaginäres ist. Diese Überzeugung hat sich in Frankreichbereits in zwei neuen Institutionen Bahn gebrochen, in zweiVereinen, welche die Wiedererweckung der so arg vernach-lässigten körperlichen Erziehung der Jugend sich zum Ziel ge-setzt haben; es sind dies die „Societe pour la propagation des-exereiees phgsiques dam Vedueation‘\ deren Präsident der frühere