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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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dic Freudigkeit in und zu seinem Berufe sich bewahren will.Alle Schulfeierlichkeiten aber gewähren den großen Nutzen, daßsie dem Schullcbcn einen neuen Impuls geben, die Lichtseiteder Schule dem Publikum zukehren, die Vorstellung von ihrerWichtigkeit allen Betheiligten: Lehrern, Schülern, Ältern undBehörden auf's Neue vor die Seele führen, das Interesse anihr erwecken und erhalten, und den Lehrern einen nicht geringzu achtenden Vercinigungspunkt mit den Angehörigen derSchulkinder darbieten. Namentlich heben sie bei Vielen dasAnsehen der Lehrer und bereiten seinem Wirken ein willigeresEntgegenkommen, einen empfänglicheren Boden. VieljährigeErfahrung hat mich hiervon überzeugt, und von selbst hat sichmir immer auf'S Neue die Wahrnehmung dargeboten, wie nachsolchen Feierlichkeiten das Interesse an der Schule neu erregtund belebt war, und namentlich die Angehörigen der Schülerfür Bemerkungen und Erinnerungen von Seiten der Lehrerviel empfänglicher sich zeigten.

Einen andern wesentlichen Nutzen gewähren die Schul-feierlichkeiten auch dadurch, daß sie die Einheit der Schulan-stalt als eines eng verbundenen organischen Ganzen zum Bewußt-seyn der Lehrenden und Lernenden bringen, und diese sich nunals Glieder eines Körpers in ihrer innigen nothwendigenBeziehung und Wechselwirkung lebendiger fühlen lernen. Rechtgut sagt darüber Herr Pfeifer in einem Aufsätzeüber öf-fentliche Schulfeierlichkeiten" in der allgemeinen SchulzeitungJahrg. 1843 Nr. 61:Mag auch eine öffentliche Schulanstaltmit ihren einzelnen Classen als ein Ganzes, Ungetheiltes da-stehen: sie ist es blos in höherer Beziehung, hinsichtlich ihrerLehrereinheit, des planmäßigen Vertheilens ihres Lehrstoffesund des gemeinsamen Bestrebens nach einem Ziele. In Rück-sicht auf diejenigen, denen der Lehrstoff mitgetheilt, mit denendas Ziel erreicht werden soll, tritt ein räumliches Getrenntseynein; die Kinder sind in einzelne Classen vertheilt, und leidermüssen wir oft die Bemerkung machen, daß, wie sich ein Lehrer vondem andern absondert, auch die Kinder unter einander dem Bei-spiele des Lehrers ganz unwillkürlich folgen. Wie eine Classe höhersteht, als die andere, so stellen sich auch die Kinder der höhe-ren Classe höher, als die einer niedrigeren, und oft geht diekindliche Eitelkeit so weit, daß die in einer höheren Classe sichbefindenden Kinder mit denen einer niedrigeren Classe nicht nur