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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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nicht Gemeinschaft unterhalten, sondern auch dem Lehrer derletzteren Classe, der doch auch ihr Lehrer gewesen ist, den Re-spect versagen. Damit nun das Kind von seinem kindlichenWahne enttäuscht werde, damit nicht das Einzelne vom Gan-zen sich losreiße, und das Kind aus der Kinder- und Lehrer-gemeinschaft heraustrete, ist es gut, daß das Ganze nicht im-mer in einzelne Theile abgesondert dastehe, sondern zuweilenals ein Ganzes zusammengefaßt werde; ist es gut, daß jedereinzelne Lehrer einmal nicht als Lehrer seines Elassenhäufleins,sondern als Lehrer und Redner für die ganze Schule dastehe.Und dies geschieht dann bei öffentlichen Schulfeicrlichkeiten, wosich alle Kinder aus allen Classen vereinen und, erhoben durcheinen Lehrer aus ihrer Mitte, sich lebhafter als je bewußt werdensollen, daß alle Classen nur ein Ganzes ausmachen, daß einemLehrer dieselbe Achtung gebühre, wie dem andern."

Fragen wir nun, welche Feier die Schule zu begehenbabe; so ist die Antwort: solche, wozu das Leben derSchule selbst Veranlassung und Stoff bietet, oderdie sich unmittelbar auf das Schul leben beziehen.Auszuschließen sind demnach alle, welche in keinem unmittel-baren lebendigen Zusammenhange mit der Schule stehen. DieJahresfeier am Schlüsse des Jahres läßt sich hiernach wohlnoch rechtfertigen, indem sie gar' reiche Beziehungen auch fürdas Schul- und Kindesleben darbietet. Das Reformativns-fcst aber möchte ich in Schulen ohne besondere Veranlas-sung nicht feiern lassen; und noch viel weniger den Ge-burtstag des Lehrers. Auch wenn die Schuljugend vondem Geburtstag des Lehrers und namentlich des DirigentenNotiz nimmt; so mag er allenfalls, wenn's das Wetter er-laubt, mit ihnen einen Ausflug in'ö Freie machen, um sie zuerfreuen, wie sie ihm Freude bereitet hat. Aber ein Schulsestdarf er daraus nicht machen, weil das gar zu eitel aussehenwürde, und ich wahrlich nicht weiß, wie er sich zum Mittel-punkte eines Festes machen wollte, dessen Urheber er doch auchzugleich wäre. Ich mag schon nicht, daß der Lehrer, wie dashäufig geschieht, viel von der hohen Wichtigkeit seines Berufesrede, es sey denn, um dafür auch die Ansprüche an sich destomehr zu steigern und sich für seinen Beruf zu begeistern.

Wenn die Feier des landesherrlichen Geburtstages inSchulen in dem oben ausgesprochenen Grundsatz nicht be-

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