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Wenn aber auch mit Grund der Ö ffent lichk ei t der Cen-sur und Versetzung irgend ein Vorwurf gemacht werden könnte;so sind doch die Vortheile, die sie gewährt, so überwiegend, daßalle Bcdenklichkeit darüber aufhören muß. Wie viel bedeutungs-voller wird dadurch dem Schüler das Urtheil der Lehrer undder Platz, der ihm in der Schule angewiesen wird! MancherKnabe, bei dem Ermahnung und Strafe in der Schule nichtsfruchten wollte, wurde durch den öffentlichen, mit Ernst undNachdruck ausgesprochenen Tadel erschüttert und dem Bessernzugekehrt. Denn wie Gott oft Gewitter sendet, das Erdreichzu lockern und zu erweichen, und schwere Schicksale, den Ver-stockten zur Besinnung zu bringen: so bedarf auch die Erziehungzuweilen außerordentlicher Maasregeln, das verhärtete Herzzu erschüttern und zur Reue zu bringen. Dabei lernen dieSchüler zugleich aus eigner Erfahrung die Lehre des Lebensund der Religion: wie die Saat, so die Ernte! Diese Öffent-lichkeit macht viele Strafen überflüssig und gestattet dem Leh-rer oft, statt der schweren Strafe eine gelinde eintreten zu las-sen, wie auch der besonnene Arzt nur im äußersten Nothfallzu angreifenden Mitteln seine Zuflucht nimmt. Für vieleMädchen namentlich war deshalb schon ein bloses Tadelzeicheneine harte Strafe, die ihnen Thränen erpreßte. Selbst aufden Schulbesuch wirkte diese Anordnung vortheilhaft; und wennein Kind in der ersten Hälfte des Semesters nicht gefehlt oderkeine Strafe erhalten hatte, so nahm es sich für die zweiteHälfte doppelt in Acht, daß nicht das Eine oder Andere ein-trat. Auch deshalb empfiehlt sich die öffentliche Censurund Versetzung, weil dadurch die Ältern erfahren, wie es umihre Kinder steht. Denn wenn auch manche von ihnen derFeier nicht beiwohnten, so erfahren sie es doch von Andern.Allerdings kann dies auch durch schriftliche Censuren erreichtwerden. Aber einmal sind diese in zahlreichen Schulen mit ge-ringen Lehrmitteln, wo 80 — 100 Kinder auf einen Lehrerkommen, kaum ausführbar; sodann haben viele Schulen, wieauch die Bürgerschule in Rinteln, auch Kinder von solchen Äl-tern, die weder schreiben noch Geschriebenes lesen können;endlich — und darauf möchte ich besonderes Gewicht legen —wirkt die öffentliche Censur auch auf die Ältern viel stärker,als die schriftliche. Oder giebt es etwa keine Ältern, welchedie Censur, die ihnen ihr Kind zur Unterschrift vorlegt, kaum