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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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Rede.

Wie der Wanderer von Zeit zu Zeit, besonders auf denHöhen der Landschaft, auf den vollendeten Weg zurücksieht undsich dessen erinnert, was ihm auf seiner Wanderung begegnete:so ist es natürlich, daß auch wir am Schlüsse des Schulab-schnittes noch einmal den Blick auf die verflossene Zeit und ihrWerk richten, das Gute, das wir wirkten und fanden, mit dank-barer Freude erkennen, aber auch noch einmal den Schmerzempfinden, den nicht etwa bloss Schwächen, Fehler und Un-besonnenheiten der Jugend, sondern besonders der Mangel ankindlicher Hingebung und ein roher, widersetzlicher Sinn unsbereiteten. Denn obgleich unser Wirken unter Gottes Schutzununterbrochen fortging; obgleich die dieser Schule anvertrauteJugend in Kenntnissen und Fertigkeiten sichtbar zugenommenhat; obgleich es in allen Classen Manche giebt, die auch injeder andern Hinsicht unsern Wünschen entsprachen und dieFreude ihrer Lehrer waren; obgleich der Ernst einer konsequentenSchulzucht auch für den äußern Anstand, für die äußere Ruheund Ordnung zu sorgen wußte: so war doch auch noch in demverflossenen Halbjahre unverkennbar der Mangel einer richtigen,gedeihlichen inneren Beziehung vieler Kinder und Ältern zurSchule und zu ihren Lehrern; und um so schmerzlicher mußtenwir diese vermissen, je wichtiger dieselbe nicht blos für dasGedeihen der Schule, sondern namentlich auch für das künftige

Diese Rede ist in den ersten Jahren meiner Wirksamkeit in Rinteln gehst-ten, wo nicht blos vielen Kindern, sondern auch vielen Ältern nochder rechte Sinn für die Schule fehlte, und manchen gar nicht einleuch-ten wollte, daß auch die Schule Rechte an sie habe. Namentlich konn-ten viele Ältern nicht begreifen, daß sie nicht das Recht haben sollten,ihre Kinder nach Belieben und ohne Erlaubniß des Lehrers aus derSchule zu behalten. ,'Es ist doch mein Kind! ich muß es doch auchernähren!" Wie oft habe ich solche und ähnliche Redensarten hö-ren müssen! Selbst rohe Begegnungen gegen einzelne Lehrer warenvorgekommen. Deshalb hielt ich ein ernstes Wort an die Älternfür nöthig, so wie ich überhaupt der Ansicht bin, daß der Lehrerdergleichen Gelegenheiten benutzen müsse, auch den Ältern für ihr Der-hältniß zur Schule und für Erziehung Andeutungen und Winke zugeben. Nach und nach aber sind die Leute zur Einsicht gekommen, undauch jetzt noch rufe ich mit Dank gegen Gott aus: Wie ganz andersund besser ist es doch geworden!