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befürchten"? „Weil Ihnen das Handgeld, das ich fordern muß, ver-mutlich zu hoch vorkommen wird." „Wieviel verlangen Sie denn?"„Eine dringende Notwendigkeit zwingt mich, 100 Gulden zu fordern,und ich bin der unglücklichste Mensch auf der Welt, ivenn Sie sich weigern,mir so viel zu geben." „Hundert Gulden ist freilich viel, aber Sie gefallenmir: ich glaube, daß Sie Ihre Pflicht tun werden, und ich null nichtmit Ihnen handeln. Hier ist das Geld: morgen reisen wir von hierab." — Er zahlte 100 Gulden aus: der junge Mensch war entzückt.Er bat darauf den Offizier um die Erlaubnis, noch einmal nach Haufezu gehen, um eine heilige Pflicht zu erfüllen, und versprach, in einerStunde wieder da zu sein. Der Offizier traute feinem ehrlichen Gesichteund ließ ihn gehen. Weil er indes in dem Benehmen des jungen Mannesetwas Besonderes bemerkt hatte, so schlich er selbst ihm von ferne nach,um zu erfahren, wo er hingehen würde. Er sah ihn stracks nach demStadtgefängnis lausen, wo er anklopfte und eingelassen wurde. DerOffizier ging ebenfalls hinein und sah alles, was vorging und was denJüngling bewogen hatte, sich anwerben zu lassen. — Der Pater desletztern saß im Gefängnis wegen einer Schuld von 100 Gulden, die ernicht bezahlen konnte. Der Sohn hatte sich deshalb anwerben lassen,um ihn mit dem Handgeld zu befreien. Rasch übergab er dem Aufseherdie hundert Gulden, dann eilte er zu seinem Pater, fiel ihm um denHals und verkündete ihm seine Freiheit. — Als der Offizier das allessah, trat er hervor und sprach zu dem Alten: „Beruhigen Sie sich, ichwerde Sie eines so braven Sohnes nicht berauben. Lassen Sie inichteilnehinen an seiner schönen Handlung. Er ist frei, und es reut michdie Summe nicht, die er so schön angewendet hat." Pater und Johnwaren, als sie das hörten, aufs tiefste ergriffen. Der Sohn bat denOffizier, ihn mitzunehmen und sagte, er möchte einem so guten Herrnkeinen Schaden verursachen. Aber der großmütige Mann bestand darauf,daß der Sohn bei seinem Pater bleibe. Er führte beide an der Handaus dem Gefängnisse und reiste fröhlich von Ulm ab, weil er sich bewußtwar, zwei gute Menschen glücklich gemacht zu haben.
F. Pustkuchen-Glanzoiv.
4. DaS Bild der Mutter.
Auf der Philippinen-Jnfel Manila liegt die Hauptstadt gleichenNamens an einer weiten Hafenbucht. In diese drang im Jahre 1898