eine nordamerikanische ttrieg«f(ütte, um die spanischen Schisse anzupreisen.Aus einem Dampfer der Amerikaner war der Befehl ergangen: „Bereitzum Kampf!" Rasch ivvllte ein Schiffsjunge in die Reihen treten. Nochtrug er die Jacke über dem Arm. Bei der Hast entflog sie ihm überden Schiffsrand. „Darf ich das Wams aus dem Wasser holen?" fragteder Junge den nächsten Vorgesetzten. Der Bescheid lautete verneinend.Äleichwohl sprang der Jüngling über Bord, fischte die Joppe aus, klettertean einem Tau empor und nahm in der Mannschaftsreihe seinen Platzein. Doch sein Ungehorsam war bemerkt worden.
Nachdem die amerikanische Flotte gesiegt hatte, wurde der unbot-mäßige Junge voin Kriegsgericht zu mehreren Jahren Kerkerhaft ver-urteilt. Bevor der harte Spruch vollzogen werden durfte, mußte ervorn Admiral Deweh, dem Befehlshaber der amerikanischen Kriegsschiffe,unterzeichnet werden. Beint Durchlesen des Urteils über den Schiffs-jungen sagte der ergraute Offizier: „Dem Alter nach noch fast ein Knabe?Bringt ihn hieher!"
Der Jüngling erschien vor dem Admiral. Aus dessen Vorhalt:„Weshalb übertratest du das bestiinmt gegebene Verbot?" zog der Jungeaus der Innentasche seiner Jacke eine Photographie und zeigte sie mitdeni zaghaften Worte: „Meine Mutter!" Der alte Krieger erkanntesofort, daß der Schiffsjunge damit sagen wollte: „Dieses Bild mußteich aus den Fluten retten: ohne dasselbe mochte ich nicht leben!" Alsder bohe Offizier das Bild der Mutter betrachtete, fühlte er eine Träneim Auge. Er faßte die Hand des Jünglings, küßte ihm die Wange undsprach: „Ein Sohn, der um das Bild der Mutter sein Leben >vagt, wirdes auch getreu für sein Vaterland einsetzen. Die Strafe für den Fehl-tritt soll dir er lassen sein! Nach einem Zeitungsberichte.
5. ($iit alter schöner Brauch.
Die Ruhe des Svnnlagvorabends liegt über Reifenwerd: von fernrauscht der Fluß, die Johanniskäfer fliegen wie leuchtende Fünkchen, undder volle Blond, der im Osten steigt, erhellt Dorf und Landschaft. Aufder grünen Bank vor dem schönen, spalieruinrankten Hause sitzen derKommandant mit ruhsam unterschlagenen Armen und die Kommandantin,die das Äemüse für den Svnntagstisch rüstet. Sie sprechen von derhoffnungsreichen Ernte, der man entgegengeht. Da tritt Lonp, die älteste