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Hundert! — Nein, zweiunddreißig! rief er, wart, ich will einmal zählen!Da zählte er die Zähne des Kindes, und weil er nicht zweiunddreißigherausbrachte, so fing er immer wieder von neuem an. Das Mädchenhielt lange still; als aber der eifrige Zähler nicht zu Ende kam, rafftees sich auf und lief: Nun will ich deine zählen! Nun legte sich derBursche hin ins Kraut, das Mädchen über ihn, umschlang seinenKopf, er sperrte das Maul auf, und es zählte: Eins, zwei, sieben, f ünf ,zwei, eins; denn die kleine Schöne konnte noch nicht zählen. DerJunge verbesserte sie und gab ihr Anweisung, wie sie zählen solle,und so fing auch sie unzählige Male von neuem an, und das Spielschien ihnen am besten zu gefallen von allem, was sie heut unter-nommen. Endlich aber sank das kleine Mädchen ganz auf den kleinenRechenmeister nieder, und die Kinder schliefen ein in der hellenMittagssonne.
Inzwischen hatten die Vater ihre Äcker fertig gepflügt und infrischduftende braune Fläche umgewandelt. ‘ Als nun, mit der letztenFurche zu Ende gekommen, der Knecht des einen halten wollte, riefsein Meister: Was hältst du? Kehr noch einmal um! — Wir sind jafertig! sagte der Knecht. — Halt’s Maul und tu, was ich dir sage!der Meister. Und sie kehrten um und rissen eine tüchtige Furchein den mittleren herrenlosen Acker hinein, daß Kraut und Steineflogen. Der Bauer hielt sich aber nicht mit der Beseitigung der-selben auf; er mochte denken, hierzu sei noch Zeit genug vorhanden,und er begnügte sich, für heute die Sache nur aus dem gröbsten zutun. So ging es rasch die Höhe empor in sanftem Bogen, und alsman oben angelangt und das liebliche Windeswehen eben wieder denKappenzipfel des Mannes zurückwarf, pflügte auf der andern Seite derNachbar vorüber mit dem Zipfel nach vorn und schnitt ebenfalls eineansehnliche Furche vorn mittleren Acker, daß die Schollen nur so zurSeite flogen. Jeder sah wohl, was der andere tat, aber keiner schienes zu sehen, und sie entschwanden sich wieder, indem jedes Sternbildstill am andern vorüberging und hinter diese runde Welt hinabtauchte.So gehen die Weberschiffchen des Geschickes aneinander vorbei, und„was er webt, das weiß kein Weber!“ Gottfr. Keiier.
21. Spuren der Arbeit.
Ein Vater ging mit seinem Sohne durch ein Dorf, in welchemeine Gießerei steht. Die Glocke auf dem Turme hatte Feierabendverkündet, und die müden Arbeiter traten in großen Scharen aus denrußigen Räumen hinaus ins Freie.