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Lesebuch für die Gemeinde- und Fortbildungsschulen des Kantons Aargau : 6.-8. Schuljahr: 6.-8. Klasse der Gemeindeschule und 1.-3. Klasse der Fortbildungsschule / im Auftr. des Erziehungsrates des Kantons Aargau unter Mitwirkung der kantonalen Lesebuchkommission verf. von Alfred Lüscher und Otto Ott
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Vater, sieh, wie schmutzig diese Menschen sind, spottete der Junge.Nein, diese sieisiigen Männer sind nicht schmutzig, antwortete in ernstemTone der Vater. Ruß, Staub, Kalk, Firnis sind kein Schmutz. DieArbeit beschmutzt nie. Sage nicht von einem Manne, der von der Arbeitkommt, er sei schmutzig. Du sollst sagen: Seine Kleider tragen dieSpuren seiner Arbeit, und solche sind, wie der Arbeitsschweiß an Län-den, mehr wert als ein goldener Ring am Finger. Fortbildungsschüler.

22. Wie s' Zörglihanse Frau ihre Ma kuriert het.

Göht mer doch au us Wäg, dir dusigs Chrotte dir! Die ganziZyt hocke sie eim under de Füeße, wenn me-n-all Länd voll z' tüe het.And Chnops, wo-n--ig em Vater hät sölle-n-anäihe a s' Lybli*), woha-n-ig ächt jetz wieder hi vernoschet? Äpah! Er söll warte! Äber no ne Nacht meh däwäg imÄngel" äne hocket oder nit! So,machet as der jetz zu der Chuchi us chömet. Iösis, wie gseht er au dry,me dörft ech keim Mönsche zeige: du, Ioggeli, hesch's Mul wieder nitgwäsche sider am Sündig, und d' Strümps hänksch über d' Bei abe!And du, Kari, wie hesch au wieder es Blusli; me mueß ech jetz dennäse bald all Wuche subers Züg parat ha; seh, gang legg's lätz a, sogseht me's nit, wie's verschmuslet isch.

's Iörglihanse Frau, em Fuehrme syni, het wieder einisch e böseTag gha und im Lüttli umme mit ihrne Gofe to, wie nes Wäspi.

And dry gseht's au, mi dars nit luege! Weder, was nützt das?Lüt, wo's besser vermöge, selle Ornig ha; vo däm hät üserein nit gässe.

Jo, Muetter, der Chapeziner**) chöm de hüt, der Pfarrer het's ver-läse, cho yzieh! het's größer vo däm Trüppeli Chinde, wo um d' Fürstätti der Chuchi ummegruppet sy, müsse z'brichte.

Was du nit seisch? Was bisch au für ne Mullaff, as der dasjetz erst i d' Sinn chunnt? De hät me si auch chönne drno yrichte,d' Stube säge; sie gseht äse schön dry, sit färn a der Öftere! Alloh,Marsch, gleitig d' Stube gwüscht! und du, Margritli, leisch em Schangelid' Sundighösli a und gosch en goh Wäsche, und dört s' Karlini, wohesch dis neu Fürtechli, wo d' vo der Gotte zum Guetjohr überchohesch? Ebe, so goht's! Lue, gsesch's nit, dört underm Ofe-n-unde?d' Chatz lyt druff. Gscht! Weisch du ächt nit, wo d' muesch ligge?Muettär, er chunnt, er chunnt! Iösis Gott und Vatter I Gleitigschlüf yne, Ioggeli! Jören, er chunnt scho s' Reinli us! Mueß eim

*) Weste.

**) In den katholischen Gegenden sammeln heute noch die Kapuziner alljährlich einmal inden Dörfern herum milde Gaben; bei diesem Anlasse spenden sie dann den Kleinen farbige Bildchen.