2. FriihlingsgLaube.
Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
0 frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,Man weiss nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal :
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.
L. Uhla
3. Der Lenz.
Da kommt der Lenz, der schöne Junge,
Den alles lieben muss,
Herein mit einem FreudensprungeUnd lächelt seinen Gruss;
Und schickt sich gleich mit frohem NeckenZu all den Streichen an,
Die er auch sonst dem alten Becken,
Dem Winter, angetan.
Er gibt sie frei, die Bächlein alle,
Wie auch der alte schilt,
Die der in seiner EisesfalleSo streng gefangen hielt.
Schon zieh’n die Wellen flink von dannenMit Tänzen und Geschwätz,
Und spötteln über des TyrannenZerronnenes Gesetz.
Den Jüngling freut es, wie die raschenHinlärmen durchs Gefild,
Und wie sie scherzend sich enthaschenSein aufgeblühtes Bild.