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Sitzt das Negerweib, den Nacken buntgeziert mit Glaskorallen,
Und dem Knäblein auf dem Schosse lässt ein Schlummerlied sie
schallen:
Schlaf, o schlaf, mein schwarzer Knabe, du zum Jammer mir
geboren,
Eh’ zu leben du beginnest, ist dein Leben schon verloren.
Schlaf, o schlaf, verhüllt in Dunkel ruh’n dir noch der Zukunft
Schrecken,
Nur zu früh aus deinen Träumen wird der Grimm des Herrn
dich wecken.
Was die Menschen Freude heissen, wirst du nimmermehr
empfinden,
Dort nur fühlt sich's, wo des Nigers Wellen durch die Flur sich
winden.
Nie den Tiger wirst du fällen mit dem Wurf der scharfen Lanzen,
Nie den Feigen deiner Väter z* dem Schlag der Pauke tanzen.
Nein, dein Tag wird sein voll Tränen, deine Nacht wird sein
voll Klagen,
Wie das Tier des Feldes wirst du stumm das Joch der Weissen
tragen,
Wirst das Holz den Weissen fällen und das Rohr den Weissen
schneiden,
Die von unserm Marke prassen und in unsern Schweiss sich
kleiden.
Kluge Männer sind die Weissen, sie durchfahren kühn die
Meere,
Blitz sglut und Schall des Donners schläft in ihrem Jagdgewehre ;
Ihre Mühlen, dampfgetrieben, regen sich mit tausend Armen,
Aber ach, bei ihrer Klugheit wohnt im Herzen kein Erbarmen.
Oftmals hört’ ich auch die Stolzen sich mit ihrer Freiheit brüsten,
Wie sie kühn vom Mutterlande losgerissen diese Küsten.
Aber über jenen Edlen, der mit Mut das Wort gesprochen,
Dass die Schwarzen Menschen wären, haben sie den Stab ge-brochen.