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Sie weinte, ging, und gab dem Armen —
Ein grosses Stück verschimmelt Brot.
Geliert.
C. Gnomen und Sprüche.
1. Willst du immer weiter schweifen?
Sieh’, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.
W. Göthe.
2. Wenn die Bäume voll von Früchten hangen,
Neigen sich die Aste freundlich nieder;
Wenn ein guter Mann zu Würden aufsteigt,
Beugt er sich, damit er andern helfe.
Herder.
3. Wo man von Frömmigkeit mit vielen Worten spricht,Da suche nur den Frommen nicht!
Gleim.
4. Wenn du gibst, gib ungeseh’n
Ganz dem Freund und mild dem Armen,
Tu’s aus innigem Erbarmen,
Und vergiss es, wenn’s gescheh’n.
5. Der spielt leicht übermütig Spiel,
Wem gleich der Sieg vom Himmel hei.
Wer siegen lernt in Niederlagen,
Wird auch das Glück des Sieg’s ertragen.
6. Undank ist ein arger Gast;
Aber an den angetanenLiebesdienst den Freund zu mahnen,
Ist so arg wie Undank fast.
7. Klug ist, wer zur rechten Stunde kommt;
Doch klüger, wer zu gehen weiss, wenn’s frommt.
E. Geibel.