Von eurer Vögte Geiz und Übermut,
Tragt’s in Geduld! Es kann sich ändern, schnell.
Ein and’rer Kaiser kann ans Reich gelangen.
Seid ihr erst Österreichs, seid ihr’s auf immer.
Er geht ab. Stauffacber setzt sich kummervoll auf eine Bank unter der Linde.So findet ihn Gertrud, seine Frau, die sich neben ihn stellt und ihn eine Zeitlang schweigend betrachtet.
Gertrud.
So ernst, mein Freund? Ich kenne dich nicht mehr.Schon viele Tage seh’ ich’s schweigend an,
Wie fmst’rer Trübsinn deine Stirne furcht.
Auf deinem Herzen drückt ein still Gebresten,
Vertrau’ es mir; ich bin dein treues Weib,
Und meine Hälfte fordr’ ich deines Grams.
(Stauffacher reicht ihr die Hand und schweigt.)
Was kann dein Herz beklemmen ? sag’ es mir.
Gesegnet ist dein Fleiss, dein Glücksstand blüht,
Voll sind die Scheunen, und der Rinder Scharen,
Der glatten Pferde wohlgenährte ZuchtIst von den Bergen glücklich heimgebrachtZur Winterung in den bequemen Ställen.
— Da steht dein Haus, reich wie ein Edelsitz;
Von schönem Stammholz ist es neu gezimmertUnd nach dem Richtmass ordentlich gefügt;
Von vielen Fenstern glänzt es wohnlich, hell;
Mit bunten Wappenschildern ist’s bemaltUnd weisen Sprüchen, die der WandersmannVerweilend liest und ihren Sinn bewundert.
Stauffacher.
Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt.
Doch, ach — es wankt der Grund, auf den wir bauten.
Gertrud.
Mein Werner, sage, wie verstehst du das?
Stauffacher.
Vor dieser Linde sass ich jüngst wie heut’,
Das schön Vollbrachte freudig überdenkend.