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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
163
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Von eurer Vögte Geiz und Übermut,

Tragts in Geduld! Es kann sich ändern, schnell.

Ein andrer Kaiser kann ans Reich gelangen.

Seid ihr erst Österreichs, seid ihrs auf immer.

Er geht ab. Stauffacber setzt sich kummervoll auf eine Bank unter der Linde.So findet ihn Gertrud, seine Frau, die sich neben ihn stellt und ihn eine Zeitlang schweigend betrachtet.

Gertrud.

So ernst, mein Freund? Ich kenne dich nicht mehr.Schon viele Tage seh ichs schweigend an,

Wie fmstrer Trübsinn deine Stirne furcht.

Auf deinem Herzen drückt ein still Gebresten,

Vertrau es mir; ich bin dein treues Weib,

Und meine Hälfte fordr ich deines Grams.

(Stauffacher reicht ihr die Hand und schweigt.)

Was kann dein Herz beklemmen ? sag es mir.

Gesegnet ist dein Fleiss, dein Glücksstand blüht,

Voll sind die Scheunen, und der Rinder Scharen,

Der glatten Pferde wohlgenährte ZuchtIst von den Bergen glücklich heimgebrachtZur Winterung in den bequemen Ställen.

Da steht dein Haus, reich wie ein Edelsitz;

Von schönem Stammholz ist es neu gezimmertUnd nach dem Richtmass ordentlich gefügt;

Von vielen Fenstern glänzt es wohnlich, hell;

Mit bunten Wappenschildern ists bemaltUnd weisen Sprüchen, die der WandersmannVerweilend liest und ihren Sinn bewundert.

Stauffacher.

Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt.

Doch, ach es wankt der Grund, auf den wir bauten.

Gertrud.

Mein Werner, sage, wie verstehst du das?

Stauffacher.

Vor dieser Linde sass ich jüngst wie heut,

Das schön Vollbrachte freudig überdenkend.