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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Da kam daher von Küssnacht, seiner Burg,

Der Vogt mit seinen Reisigen geritten.

Vor diesem Hause hielt er wundernd an;

Doch ich erhob mich schnell, und unterwürfig,

Wie sichs gebührt, trat ich dem Herrn entgegen,Der uns des Kaisers richterliche MachtVorstellt im Lande. Wessen ist das Haus?

Fragt er bösmeinend, denn er wusst es wohl.

Doch schnell besonnen ich entgegn ihm so:

Dies Haus, Herr Vogt, ist meines Herrn des KaisersUnd eures und mein Lehen. Da versetzt er:

»Ich bin Regent im Land an Kaisers statt,

Und will nicht, dass der Bauer Häuser baueAuf seine eigne Hand, und also freiHinleb, als ob er Herr war in dem Lande;

Ich werd mich unterstehn, euch das zu wehren.«Dies sagend, ritt er trutziglich von dannen;

Ich aber blieb mit kummervoller Seele,

Das Wort bedenkend, das der Böse sprach.

Gertrud.

Mein lieber Herr und Ehewirt! Magst duEin redlich Wort von deinem Weib vernehmen?

Des edeln Ibergs Tochter rühm ich mich,

Des viel erfahrnen Manns. Wir Schwestern sassen,Die Wolle spinnend, in den langen Nächten,

Wenn bei dem Vater sich des Volkes HäupterVersammelten, die Pergamente lasenDer alten Kaiser, und des Landes WohlBedachten in vernünftigem Gespräch.

Aufmerkend hört ich da manch kluges Wort,

Was der Verständge denkt, der Gute wünscht,

Und still im Herzen hab ich mirs bewahrt.

So höre denn und acht auf meine Rede!

Denn was dich presste, sieh, das wusst ich längst. Dir grollt der Landvogt, möchte gern dir schaden,Denn du bist ihm ein Hindernis, dass sich