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Gertrud.
Ertragen muss man, was der Himmel sendet;Unbilliges erträgt kein edles Herz.
Stauffacher.
Dies Haus erfreut dich, das wir neu erbauten,
Der Krieg, der ungeheure, reisst es nieder.
Gertrud.
Wüsst’ ich mein Herz an zeitlich Gut gefesselt,
Den Brand warf’ ich hinein mit eig’ner Hand.
• Stauffacher.
Du glaubst an Menschlichkeit! Es schont der KriegAuch nicht das zarte Kindlein in der Wiege!
Gertrud.
Die Unschuld hat im Himmel einen Freund!
— Sieh’ vorwärts, Werner, und nicht hinter dich!
S t a u f f a c h e r.
Wir Männer können tapfer fechtend sterben:
Welch’ Schicksal aber wird das eure sein ?
Gertrud.
Die letzte Wahl steht auch dem Schwächsten offen,Ein Sprung von dieser Brücke macht mich frei.
Stauffacher (stürzt in ihre Arme.)
Wer solch’ ein Herz an seinen Busen drückt,
Der kann für Herd und Hof mit Freuden fechten,Und keines Königs Heermacht fürchtet er —
Nach Uri fahr’ ich steh’nden Fusses gleich,
Dort lebt ein Gastfreund mir, Herr Walther Fürst,Der über diese Zeiten denkt, wie ich.
Auch find ich dort den edlen BannerherrnVon Attinghaus — obgleich von hohem Stamm,Liebt er das Volk und ehrt die alten Sitten.
Mit ihnen Beiden pfleg’ ich Rats, wie man