Der nicht ein neues Unheil und Gewalt-Beginnen von den Vögten uns verkündet.
D’rum tat’ es gut, dass euer Etliche,
Die’s redlich meinen, still zu Rate gingen,
Wie man des Drucks sich möcht’ entledigen;
So acht ich wohl, Gott würd’ euch nicht verlassenUnd der gerechten Sache gnädig sein —
Hast du in Uri keinen Gastfreund, sprich,
Dem du dein Herz magst redlich offenbaren?
Stauffacher.
Der wackern Männer kenn’ ich viele dortUnd angesehen grosse Herrenleute,
Die mir geheim sind und gar wohl vertraut.
(Er steht auf.)
Frau, welchen Sturm gefährlicher GedankenWeckst du mir in der stillen Brust! Mein InnerstesKehrst du ans Licht des Tages mir entgegen,
Und was ich mir zu denken still verbot,
Du sprichst’s mit leichter Zunge kecklich aus!
— Hast du auch wohl bedacht, was du mir rätst?Die wilde Zwietracht und den Klang der WaffenRufst du in dieses friedgewohnte Tal —
Wir wagten es, ein schwaches Volk der Hirten,
In Kampf zu gehen mit dem Herrn der Welt?
Der gute Schein nur ist’s, worauf sie warten,
Um loszulassen auf dies arme LandDie wilden Horden ihrer Kriegesmacht,
Darin zu schalten mit des Siegers Rechten,
Und unterm Schein gerechter ZüchtigungDie alten Freiheitsbriefe zu vertilgen.
Gertrud.
Ihr seid auch Männer, wisset eure AxtZu führen, und dem Mutigen hilft Gott!
Stauffacher.
0 Weib! Ein furchtbar wütend Schrecknis istDer Krieg; die Herde schlägt er und den Hirten.