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Erleiden von dem fremden Knecht, was unsIn seiner Macht kein Kaiser durfte bieten ?
— Wir haben diesen Boden uns erschaffenDurch uns’rer Hände Fleiss, den alten Wald,
Der sonst der Bären wilde Wohnung war,
Zu einem Sitz für Menschen umgewandelt;
Die Brut des Drachen haben wir getötet,
Der aus den Sümpfen giftgeschwollen stieg,
Die Nebeldecke haben wir zerrissen,
Die ewig grau um diese Wildnis hing;
Den harten Fels gesprengt, über den AbgrundDem Wandersmann den sichern Steg geleitet;Unser ist durch tausendjährigen BesitzDer Boden — und der fremde HerrenknechtSoll kommen dürfen und uns Ketten schmieden,Und Schmach antun auf uns’rer eignen Erde?
Ist keine Hülfe gegen solchen Drang ?
(Grosse Bewegung unter den Landleuten.)
Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht.
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,Wenn unerträglich wird die Last — greift erHinauf getrosten Mutes in den HimmelUnd holt herunter seine ew’gen Rechte,
Die droben hangen unveräusserlich
Und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst —
Der alte Urständ der Natur kehrt wieder,
Wo Mensch dem Menschen gegenüber steht —Zum letzten Mittel, wenn kein and’res mehrVerfangen will, ist ihm das Schwert gegeben —Der Güter höchstes dürfen wir verteid’genGegen Gewalt — Wir steh’n vor unser Land,Wir steh’n vor uns’re Weiber, uns’re Kinder!
Alle (an ihre Schwerter schlagend).
Wir steh’n vor uns’re Weiber, uns’re Kinder !
Rösselmann (tritt in den King).
Eli’ ihr zum Schwerte greift, bedenkt es wohl!