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R e tl i 11 g (nach einer Pause).
Es ist’s.
R ö s s e 1 ni a n n.
Jetzt seid ihr frei, ihr seid’s durch dies Gesetz.
Nicht durch Gewalt soll Österreich ertrotzen,
Was es durch freundlich Werben nicht erhielt —
Jost von Weiler.
Zur Tagesordnung, weiter!
Reding.
Eidgenossen!
Sind alle sanften Mittel auch versucht?
Vielleicht weiss es der König nicht; es istWohl gar sein Wille nicht, was wir erdulden.
Auch dieses Letzte sollten wir versuchen,
Erst unsre Klage bringen vor sein Ohr,
Eh’ wir zum Schwerte greifen. Schrecklich immer,Auch in gerechter Sache, ist Gewalt.
Gott hilft nur dann, wenn Menschen nicht mehr helfen.
Stauifacher (zu Konrad Hunn).
Nun ist’s an euch, Bericht zu geben. Redet.
I Konrad Hunn.
Ich war zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz,
Wider der Vögte harten Druck zu klagen,
Den Brief zu holen uns’rer alten Freiheit,
Den jeder neue König sonst bestätigt.
Die Boten vieler Städte fand ich dort,
Vom schwäb’schen Lande und vom Lauf des Rheins,
Die all’ erhielten ihre Pergamente
Und kehrten freudig wieder in ihr Land.
Mich, euren Boten, wies man an die Räte,
Und die entliessen mich mit leerem Trost:
»Der Kaiser habe diesmal keine Zeit;
»Er würde sonst einmal wohl an uns denken.«
— Und als ich traurig durch die Säle ging