198
Und wenn die andern glücklich sich des TorsErmächtiget, so wird ein Horn geblasen,
Und jene brechen aus dem Hinterhalt.
So wird das Schloss mit leichter Arbeit unser.
Melchthal.
Den Rossberg übernehm’ ich zu ersteigen,
Denn eine Dirn’ des Schlosses ist mir hold,
Und leicht betör’ ich sie, zum nächtlichenBesuch die schwanke Leiter mir zu reichen;
Bin ich droben erst, zieh’ ich die Freunde nach.
R e d i n g.
Ist’s aller Wille, dass verschoben werde?
* (Die Mehrheit erhebt die Hand).
Stauffacher (zählt die Stimmen).
Es ist ein Mehr von zwanzig gegen zwölf.
Walther F ü r s t.
Wenn am bestimmten Tag die Burgen fallen,
So geben wir von einem Berg zum andernDas Zeichen mit dem Rauch; der Landsturm wirdAufgeboten, schnell, im Hauptort jedes Landes;Wenn dann die Vögte seh’n der Waffen Ernst,Glaubt mir, sie werden sich des Streits begebenUnd gern ergreifen friedliches Geleit,
Aus unsern Landesmarken zu entweichen.
Stauffacher.
Nur mit dem Gessler fürcht’ ich schweren Stand,Furchtbar ist er mit Reisigen umgeben;
Nicht ohne Blut räumt er das Feld, ja, selbstVertrieben, bleibt er furchtbar noch dem Land.Schwer ist’s und fast gefährlich, ihn zu schonen.
Baumgarten.
Wo’s halsgefährlich ist, da stellt mich hin!
Dem Teil verdank’ ich mein gerettet. Leben.
Gern schlag’ ich’s in die Schanze für das Land,Mein’ Ehr’ hab’ ich beschützt, mein Herz befriedigt.