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Der Sigrist musste mit dem Glöcklein schellen:
Da fielen all’ aufs Knie, ich selber mit,
Und grüssten die Monstranz, doch nicht den Hut. —
Leuthold.
Höre, Gesell, es fängt mir an zu däuchten,
Wir stehen hier am Pranger vor dem Hut.
S’ist doch ein Schimpf für einen Reitersmann,
Schild-wach zu steh’n vor einem leeren Hut —
Und jeder rechte Kerl muss uns verachten.
Die Reverenz zu machen einem Hut,
Es ist doch, trau’n, ein närrischer Befehl!
F r i e s s h a r d t.
Warum nicht einem leeren, hohlen Hut?
Dückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel.
Hildegard, Mechthild undElsbeth treten auf mit Kindern und stellen sich um die
Stange.
L e u t h o 1 d.
Und du bist auch so ein dienstfert’ger SchurkeUnd brächtest wack’re Leute gern ins Unglück.
Mag, wer da will, am Hut vorüliergeh’n,
Ich drück’ die Augen zu und seh’ nicht hin.
Mechthild.
Da hängt der Landvogt — habt Respekt, ihr Buben!Elsbeth.
Wollt’s Gott, er ging’ und liess’ uns seinen Hut;
Es sollte drum nicht schlechter stehn ums Land!
Friesshardt (verscheucht sie).
Wollt ihr vom Platz! Verwünschtes Volk der Weiber!
Wer fragt nach euch! Schickt eure Männer her,
Wenn sie der Mut sticht, dem Befehl zu trotzen.
(Weiber gehen).
mit der Armbrust tritt auf, den Knaben an der Hand führend; sie gehen an dem Hutvorbei gegen die vordere Szene, ohne darauf zu achten.
W ü I t h G T (zeigt nach dem Bannberg).
Vater, ist’s wahr, dass auf dem Berge dort