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Zu Sinn — verhiifs der gnäd’ge Gott — das könnt ihrIm Ernst von einem Vater nicht begehren!
Gessler.
Du wirst den Apfel schiessen von dem KopfDes Knaben — ich begehr’s und will’s.
Teil.
Ich soll
Mit meiner Armbrust auf das liebe HauptDes eignen Kindes zielen? — Eher sterb’ ich!
Gessler.
Du schiessest oder stirbst mit deinem Knaben.
Teil.
Ich soll der Mörder werden meines Kinds!
Herr, ihr habt keine Kinder — wisset nicht,
Was sich bewegt in eines Vaters Herzen.
Gessler.
Ei, Teil, du bist ja plötzlich so besonnen!
Man sagte mir, dass du ein Träumer sei’stUnd dich entfernst von and’rer Menschen Weise.
Du liebst das Seltsame — d’rurn hab’ ich jetztEin eigen Wagstück für dich ausgesucht.
Ein and’rer wohl bedächte sich — du drückstDie Augen zu, und greifst es herzhaft an.
Harras.
Scherzt nicht, o Herr, mit diesen armen Leuten!
Ihr seht sie bleich und zitternd stehn — so wenigSind sie Kurzweils gewohnt aus eurem Munde.
Gessler.
Wer sagt euch, dass ich scherze?
(Greift nach einem Baumzweige, der Ober ihn her hängt).
Hier ist der Apfel.
Man mache Raum — er nehme seine Weite,
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