Wie’s Brauch ist — achtzig Schritte geh’ ich ihm —Nicht weniger, noch mehr — Er rühmte sich,
Auf ihrer hundert seinen Mann zu treffen —
Jetzt, Schütze, triff, und fehle nicht das Ziel!
Rudolph der Harras.
Gott, das wird ernsthaft — Falle nieder, Knabe,
Es gilt, und fleh’ den Landvogt um dein Leben!
Walther Fürst
(beiseite zu Melcbthal, der kaum seine Ungeduld bezwingt).
Haltet an euch; ich fleh’ euch drum, bleibt ruhig!
Harras («um Landvogt).
Lasst es genug sein, Herr ! Unmenschlich ist’s,
Mit eines Vaters Angst also zu spielen.
Wenn dieser arme Mann auch Leib und LebenVerwirkt durch seine leichte Schuld, bei Gott!
Er hätte jetzt zehnfachen Tod empfunden.
Entlasst ihn ungekränkt in seine Hütte,
Er hat euch kennen lernen; dieser StundeWird er und seine Kindeskinder denken.
G e s s 1 e r.
Öffnet die Gasse — Frisch, was zauderst du?
Dein Leben ist verwirkt, ich kann dich töten;
Und sieh’, ich lege gnädig dein GeschickIn deine eig’ne kunstgeübte Hand.
Der kann nicht klagen über harten Spruch,
Den man zum Meister seines Schicksals macht.
Du rühmst dich deines sichern Bliek’s. WohlanHier gilt es, Schütze, deine Kunst zu zeigen;
Das Ziel ist würdig und der Preis ist gross!
Das Schwarze treffen in der Scheibe, dasKann auch ein and’rer; der ist mir der Meister,
Der seiner Kunst gewiss ist überall,
Dem ’s Herz nicht in die Hand tritt, noch ins Auge.
W a 11 h e r Fürst (wirft sich vor ihm nieder).
Herr Landvogt, wir erkennen eure Hoheit!
Doch lasset Gnad’ für Recht ergehen, nehm’t