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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Stauffacher.

Es ist umsonst. Wir haben keine Waffen;

Ihr seht den Wald von Lanzen um uns her.

Me 1 ch th al.

0 hätten wirs mit frischer Tat vollendet!

Verzeihs Gott denen, die zum Aufschub rieten!

G e s s 1 e r (zum Teil).

Ans Werk, man führt die Waffen nicht vergebens.Gefährlich ists, ein Mordgewehr zu tragen,

Und auf den Schützen springt der Pfeil zurück.

Dies stolze Recht, das sich der Bauer nimmt,Beleidiget den höchsten Herrn des Landes.

GewaHnet sei niemand, als wer gebietet.

Freuts euch, den Pfeil zu führen und den Bogen,Wohl, so will ich das Ziel euch dazu geben.

Teil.

(spannt die Armbrust und legt den Pfeil auf).

Öffnet die Gasse! Platz !

Stauffacher.

Was, Teil? Ihr wolltet nimmermehr ihr zittert,Die Hand erbebt euch, eure Kniee wanken

Teil (lässt die Armbrust sinken).

Mir schwimmt es vor den Augen!

Weiber.

Gott im Himmel!

Teil (zum Landvogt).

Erlasset mir den Schuss. Hier ist mein Herz !

(Er reisst die Brust auf).

Ruft eure Reisigen und stosst mich nieder!

G e s s 1 e r.

Ich will dein Leben nicht; ich will den Schuss.

Du kannst ja alles, Teil! An nichts verzagst du;Das Steuerruder führst du w'ie den Bogen;