Buch 
Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
Seite
211
JPEG-Download
 

Die Hälfte meiner Habe, nehmt sie ganz!Nur dieses Grässliche erlasset einem Vater!

211

Walther Teil.

Grossvater, knie nicht vor dem falschen Mann!

Sagt, wo ich hinstehn soll. Ich fürcht mich nicht.Der Vater triflt den Vogel ja im Flug,

Er wird nicht fehlen auf das Herz des Kindes.

Stauffacher.

Herr Landvogt, rührt euch nicht des Kindes Unschuld?Rössel mann.

Q denket, dass ein Gott im Himmel ist,

Dem ihr müsst Rede stehn für eure Taten.

G 6 S S 1 Ö T (zeigt auf de« Knaben).

Man bind ihn an die Linde dort!

Walther Teil.

Mich binden!

Nein, ich will nicht gebunden sein. Ich willStill halten wie ein Lamm, und auch nicht atmen.Wenn ihr mich bindet, nein, so kann ichs nicht,

So werd ich toben gegen meine Bande.

Rudolph der Hairas.

Die Augen nur lass dir verbinden, Knabe!

Walther Teil.

Warum die Augen! Denket ihr, ich fürchteDen Pfeil von Vaters Hand? ich will ihn festErwarten und nicht zittern mit den Wimpern.

Frisch, Vater, zeigs, dass du ein Schütze bist!

Er glaubt dirs nicht, er denkt, uns zu verderbenDem Wütricb zum Verdrusse schiess und triff!

(Er geht an die Linde, man legt ihm den Apfel auf).

M e ] C ll t !l a 1 (zu den Landleuten).

Was? Soll der Frevel sich vor unsern AugenVollenden? Wozu haben wir geschworen?