— Um ein armselig Grattier zu erjagen.
Hier gilt es einen köstlicheren Preis,
Das Herz des Todfeinds, der mich will verderben.
(Man hört von ferne eine heitere Musik, welche sich nähert).
Mein ganzes Leben lang hab’ ich den BogenGehandhabt, mich geübt nach Schützenregel;
Ich habe oft geschossen in das SchwarzeUnd manchen schönen Preis mir heimgebrachtVom Freudenschiessen — aber heute will ichDen Meisterschuss tun und das beste mirIm ganzen Umkreis des Gebirgs gewinnen.
Eine Hochzeit zieht über die Szene und durch den Hohlweg hinauf. Teil betrachtet sie,auf seinen Bogen gelehnt; Stüssi, der Flurschütz, gesellt sich zu ihm.
Stüssi.
Das ist der Klostermei’r von Mörlischachen,
Der hier den Brautlauf hält — ein reicher Mann,
Er hat wohl zehen Senten auf den Alpen.
Die Braut holt er jetzt ab zu Immisee,
Und diese Nacht wird hoch geschwelgt zu Küsnacht.Kommt mit! s’ ist jeder Biedermann geladen.
Teil.
Ein ernster Gast stimmt nicht zum Hochzeithaus.
Stüssi.
Drückt euch ein Kummer, werft ihn frisch vom Herzen!Nehmt mit, was kommt; die Zeiten sind jetzt schwer;Drum muss der Mensch die Freude leicht ergreifen.
Hier wird gefreit und anderswo begraben.
Teil.
Und oft kommt gar das eine zu dem andern.
Stüssi.
So geht die Welt nun. Es gibt allerwegenUnglücks genug — Ein Ruffi ist gegangenIm Glarner Land, und eine ganze SeiteVom Glärnisch eingesunken.