Entrann’ er jetzo kraftlos meinen Händen,
Ich habe keinen zweiten zu versenden.
("Wanderer gehen über die Szene).
Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen,
Dem Wanderer zur kurzen Ruh’ bereitet —
Denn hier ist keine Heimat — jeder treibtSich an dem andern rasch und fremd vorüberUnd fraget nicht nach seinem Schmerz — Hier gehtDer sorgenvolle Kaufmann und der leichtGeschürzte Pilger — der andücht’ge Mönch,
Der düstre Räuber und der heitre Spielmann,
Der Säumer mit dem schwer beladnen Ross,
Der ferne herkommt von der Menschen Ländern,
Denn jede Strasse führt ans End’ der Welt.
Sie alle ziehen ihres W T eges fort
An ihr Geschäft — und meines ist der Mord!
(Setzt sieh).
Sonst, wenn der Vater auszog, liebe Kinder,
Da war ein Freuen, wenn er wiederkam;
Denn niemals kehrt’ er heim, er bracht’ euch etwas,War’s eine schöne Alpenblume, war’sEin seltner Vogel oder Ammonshorn,
Wie es der W’andrer findet auf den Bergen —
Jetzt geht er einem andern Waidwerk nach,
Am wilden Weg sitzt er mit Mordgedanken;
Des Feindes Leben ist’s, worauf er lauert.
— Und doch an euch nur denkt er, liebe Kinder,Auch jetzt — euch zu verteid’gen, eure holde UnschuldZu schützen vor der Rache des Tyrannen,
Will er zum Morde jetzt den Bogen spannen.
(Steht auf).
Ich laure auf ein edles Wild — Lässt sich’sDer Jäger nicht verdriessen, Tage langUmher zu streifen in des Winters Strenge,
Von Fels zu Fels den Wagesprung zu tun,
Hinan zu klimmen an den glatten Wänden,
Wb er sich anleimt mit dem eignen Blut,