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Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate
Entstehung
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hinab. Seine schweren Schuhe klapperten auf den Steinstufen.Er stieg hinab und hinab und gab sich Mühe, die eigenen Trittezu dämpfen, deren Schwere ihm zum erstenmal in seinem Lebenausfiel. Endlich fing es an Heller zu werden ein Lichtstreifenstach aus irgendeiner Tiefe herauf. Das dunkle Blut trat ihmin die braunen Backen, als er kurz darauf vor der Tür einesgroßen, lauten Raumes anlangte, von dem, so unerfahren erwar, er doch wußte, daß es eine Küche war. Zwei mächtige Herdemit glänzendem Kupfergeschirr standen in der Mitte und an diezwölf Köche in weißen Jacken, Schürzen und Kappen fuhren hinund her. Eine Menge anderer Leute gingen ab und zu; es warein Lärm, Rasseln, Klirren, Klappern, Schwatzen, Schelten, La-chen, daß einem der Kopf davon brummte. Und in der hellen Türestand der Christels wie aus einer andern Welt hergeregnet, unbe-holfen, klein und klotzig, rauh und eckig, wie ein rechter Stein,der sich denen da, dem Küchenvolk, in den Weg gewälzt. Inzwi-schen kam von hinten der Hans Arnold über den Geißbub. Woherder aufgetaucht war, wußte der Christen nicht; der Kuckuck mochtesich da unten in dem Gewirr von Gängen zurechtfinden.

Komm doch," sagte der Hans ärgerlich. Da ging der Chri-sten dem Bruder nach, aber er sah nicht, wohin ihn der brachte.Sie standen gleich darauf an einer andern Tür, die zu einemkleineren, allerlei Maschinenzeug haltenden Raum führte. DerChristen sah, daß das dem Hans sein Reich sein mußte, also auchseines. Er staunte die Maschinen an, von denen eine ein Radwar, in dem Messer steckten. Als er das eine Zeit lang betrachtethatte, war es auf einmal verschwunden und statt seiner war Dunstund Nebel und fernes Gebirge, und er starrte hinüber und dachte:Jetzt laufst dann, wieder heim laufst!" Eine lange Weile merkteer nicht, daß der Hans auf einem Tisch saß und auf ihn einredete,ihm gute Lehren gab, ihn foppte und schmälte zugleich, weil erso dumm sei.

Morgen mußt zum Herrn!" Erst dieses Wort fing Chri-stens Ohr auf. Er fuhr herum.So zum Herrn, zu dem, demder Schweizerhof gehört?" fragte er.

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