lende Sorge sie den Angehörigen in der Heimat abgenommenhaben.
Ein anderes großes Hilfswerk vollbrachte die schweizerischePostverwaltung. Als beim Kriegsausbruch aller Verkehr zwischenden feindlichen Staaten abgebrochen wurde, da schlug sie, bildlichgesprochen, eine Völkerbrücke, indem sie aus allen Kriegsländerndie Gefangenenpost abnahm und unentgeltlich weiterschickte. Inden fünf Kriegsjahren beförderte sie 562 Millionen Briefe, 94Millionen Pakete und IO 1/2 Millionen Geldanweisungen im Be-trag von 156 Millionen Franken. Zur Bewältigung dieser gro-ßen Mehrarbeit mußte sie eigens 200 Beamte einstellen, und dasganze Hilfswerk kam sie auf 60 Millionen Franken zu stehen.
Drei weitere Hilfswerke gingen vom Bundesrat aus. Zuerstnahm er sich der in Frankreich, Deutschland und Österreich ge-fangen gehaltenen Ausländer an. Beim Kriegsausbruch wurdennämlich in allen kriegführenden Ländern die Angehörigen derfeindlichen Staaten zurückbehalten und zu Tausenden in Sammel-lagern untergebracht, wo sie viel zu leiden hatten. Dasselbe Lostraf auch die Bevölkerung im französischen Kriegsgebiet. Überhunderttausend Männer und Frauen, Greise und Kinder wur-den aus den zerstörten Städten und Dörfern nach Deutschlandin die Gefangenschaft abgeführt. Für diese Unglücklichen legtenun der Bundesrat bei den feindlichen Regierungen ein gutesWort ein, wirkte die Zustimmung zu ihrer Rückkehr in ihr Hei-matland aus und setzte dann die Heimschaffung ins Werk. Invielen hundert Sonderzügen wurden die Heimkehrenden durchunser Land geführt: die Franzosen von Schaffhausen nach Genf,die Deutschen und Österreicher von Genf nach Singen und St.Margrethen, und die Italiener von Buchs nach Chiasso. Anden Eingangsstationen wurden sie von hilfsbereiten Frauen liebe-voll empfangen, mit Speise und Trank erquickt und mit Kleidernund Wäsche versehen; denn die meisten waren völlig verarmtund von allem entblößt. Die Kinder wurden gebadet und sau-ber gekleidet, die alten, gebrechlichen Männer und Frauen ge-pflegt und die Kranken in ein Krankenhaus gebracht.
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