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Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate
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flogen, und Kolumbus erteilte deshalb Befehl, nach der-selben Richtung hin abzufallen.Das Meer lag, Gott seiDank, so still da wie der Fluss bei Sevilla, schrieb er insein Tagebuch,die Temperatur war so mild wie die Se-villas im April, und die Luft duftete, dass es ein Genusswar, sie einzuatmen.

Wieder kamen und gingen die Tage und Nächte, undnichts anderes zeigte sich als Wasser und Wellen. Mehr-fach machte die Mannschaft ihrer Unzufriedenheit Luft undbegann zu murren. Aber Kolumbus wusste sie zu beruhi-gen, indem er sie an den Lohn erinnerte, der ihrer nachErreichung des Zieles warte.Übrigens halfen ihnen ihreKlagen nichts, heisst es in seinem Tagebuch;denn ichbin ausgefahren, um Indien zu erreichen, und werde so-lange weitersegeln, bis ich es mit Gottes Hilfe gefundenhabe.

Da zeigte sich am 11. Oktober in den Wellen ein Baum-stamm, dem anzusehen war, dass er von Menschen gefälltworden, und bald darauf ein mit Beeren besetzter Zweig.Welche Beruhigung und Freude für die Matrosen! Wieschärften sie ihre Blicke und hielten sie Ausguck nach vorn;denn der Admiral hatte demjenigen, der zuerst das Landerblicke, eine Belohnung versprochen.

Gegen Abend glaubte Kolumbus einen Feuerscheinzu sehen, wie wenn jemand an einer flachen Küste miteiner Fackel entlang ginge. Und als es Nacht gewordenwar, wollte einer der Matrosen derPinta schwören, dasssich nach vorn hin Land gezeigt habe. Man zog deshalballe Segel ein und wartete auf den anbrechenden Tag.

Gewöhnlich heisst es in den Schilderungen dieser ein-zigartigen Ozeanreise, die Matrosen seien über die unge-heure Entfernung von ihrer Heimat ganz in Verzweiflunggeraten, hätten gemeutert und schliesslich dem Admiral dasVersprechen abgezwungen, umzukehren, wenn sich nichtinnerhalb dreier Tage Land zeige. Doch das sind nichts

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