als irgend ein Land der Erde. Das wenigste wird gemahlenund geschrotet. Ausfuhr lohnt schlecht. Man setzt denMais erst in Fleisch um, und dieses wird dann weiter ver-handelt. Fängt dann der Mais zu reifen an, dann lässt derFarmer aus den Prärien des Westens mageres Vieh kom-men, um es dick zu füttern. Man teilt die Felder parzellen-weise ab und treibt nacheinander die Rinder hinein. Dortkönnen sie nun fressen und wüsten, dass es eine Lustist. Zwischen dem Grossvieh treiben sich eine Unmengevon Schweinen herum; auch Schafe finden noch Platz undFutter genug. Gegen den Herbst hin haben sich alle, dieGrossen und die Kleinen, hübsch rund gefressen. An denBahnhöfen sind weite Pferche errichtet, die sich täglichfüllen, und in endlosen Wagenzügen fährt nun der „vier-beinige Mais“ in die „Mühle“. Riesige Schlachthäuser in Chi-cago, St. Louis und anderwärts öffnen weit ihre Pforten, undin geräumigen, kühlen Hallen, wo behende Metzgerburschenund lärmende Maschinen einander in die Hände arbeiten, er-folgt die weitere Beförderung in Salz und Rauch. Und hintermHaus verladen muskulöse Nigger in Tonnen, Fässern undKufen konserviertes Fleisch, in Büchsen Schinken, Speck.
So kommen denn die Erzeugnisse der Landwirtschaft,Getreide und Vieh, rasch aus den Händen der Farmer indie der grossen Müller und Metzger, der Fabrikanten undHandelsleute. Da wird nun keck spekuliert, Geld in Be-wegung gesetzt, grossartig gefeilscht und auf den Marktgedrückt, bis sich alles mählich nach den vier Himmels-richtungen verläuft und in den Lagerräumen der Konsu-menten absetzt. So gewaltig ist die Flut dieser Produkte,dass selbst das weite Amerika nicht Platz hat und gernedas Zuviel mit Vorteil an uns Europäer verkauft. VonChicago am Michigansee, der zweitgrössten Stadt der Unionund dem weitaus ersten Umschlagsplatz für Fleisch undWeizen, kommen uns diese Lebensrnittel zu.
Ernst Fischer, #ugendpost.
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