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Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate
Entstehung
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er sein Herz von einer grossen Last befreit hätte, setzteer sich jetzt neben mich und erzählte mir die Geschichtoseiner Entdeckung.

Er war am Ufer des Mühlenflusses auf und ab ge-gangen, die Arbeiter beaufsichtigend, als er in den Schlamm-schichten des Bodens etwas Glänzendes bemerkte. Er hieltes für eine Art Opal, die im Lande sehr häufig ist, undsetzte seinen Weg fort. Zwanzig-, dreissigm&l wurden seineBlicke von dem Glanfe dieser Gegenstände angezogen,ohne dass er ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkte. DieHäufigkeit ihres Vorkommens setzte ihn jedoch in Er-staunen, und mehr als einmal stand er schon im Begriff,an die Ufer hinunterzugehen, um einen dieser Steine näherzu besehen, aber er machte sich Vorwürfe über seine kind-liche Heugierde und ging weiter. Aber auf einmal sah erunmittelbar vor sich eines dieser glänzenden Steinchenliegen, und diesmal war der Instinkt rascher als die Über-legung. Er bückte sich, hob es auf und hatte zu seinemgrössten Erstaunen ein Korn des reinsten Goldes in derHand. Auf der Stelle kehrte er nun wieder um und sam-melte sorgfältig alle Steinchen, die er vorher verachtethatte. Anfangs glaubte er, dass sein Fund rein Sache desZufalls sei und dass vielleicht Indianer hier ihre Schätzevor Jahrhunderten versteckt hätten; aber bald lehrte ihneine genaue Untersuchung, dass der ganze Erdboden gold-haltig sei. Er füllte nun die Taschen, setzte sich zu Pferdeund sprengte mit verhängtem Zügel nach Hause, um mirdie überraschende Nachricht zu bringen.

Mein erstes Wort nach vollendeter Erzählung war, ober Mitwisser habe. Darüber beruhigt, sass ich alsbald imSattel und ritt nun mit Marschall zur Mühle zurück. MitAnbruch der Nacht kamen wir an und gruben mit unsernTaschenmessern eine solche Menge Goldkörner von einerbis zu mehreren Unzen aus dem Boden, dass wir ganzstarr vor Erstaunen waren. Beherrscht von der ganz natür-

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