leuchtende Wüste hinein. Wir scheuten uns. Zu unsernFüssen lag die Sphinx, und neben uns stellte ein eng-lischer Ingenieur mit einem prachtvollen Theodoliten *)Vermessungen an. Bald von dieser, bald von jener Pyra-mide in der Ferne blitzte ihm ein Spiegel in Morsezeicheneine Auskunft zu. So rückten wir stillvergnügt zusammenund schauten, was zu schauen war, und ich erzählte, wasich einmal Wunderbares über die Cheopspyramide gelesenhatte. War sie ein Grabmal altägyptischer Pharaone? Nein.Wahrscheinlich ist die Cheopspyramide etwas ganz anderes,viel Interessanteres. Ein Engländer hat sie untersucht.Zunächst mit dem Maßstab, ganz genau. Dabei fand er:Die Höhe der Pyramide verhält sich zu ihrem Umfang wie:1:3,1416. Sonderbar! Er drang von der Nordseite herdurch einen steil nach unten führenden Gang zur soge-nannten Grabkammer ins Innere der Pyramide vor. AmEingang entdeckte er in der Mauer eingelassen einen be-sonders sorgfältig gearbeiteten Knauf aus sehr hartemGestein. Das fünffache Mass dieses Knaufes ist an derPyramide mehrfach in Anwendung gebracht. Er nanntees Pyramidenmeter und fand heraus: Eine Pyramidenseite— 1 Pyramidenmeter X 365,2422. Diese Zahl aber ist dieAnzahl der Tage in einem Jahre.
Der Engländer mass auch mit astronomischen Instru-menten und fand, dass die Cheopspyramide nach demMeridian gerichtet war. Eine Seitenlinie weicht nur umeine Kleinigkeit von der Nord-Südrichtung ab. Der zursogenannten „Grabkammer“ führende Gang aber zeigt zumHimmelspol. Von der Kammer aus sieht man den Polar-stern am Himmel blinken; Leute mit sehr empfindlichenAugen könnten ihn jedenfalls schon am hellen Tage er-kennen. Der Gang ist also der Erdachse parallel.
Dass sich alles beim Bau der Pyramide zufällig er-geben hätte, wagt wohl niemand anzunehmen. Die Masse
*) Mess-Fernrohr.