Buch 
Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate
Entstehung
Seite
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An der Wand unseres Bureaus, das neben der Wohnstubeist, hängt ein kleines Kästchen mit einem Schalltrichter und

zwei Hörrohren.-Plötzlich klingelt es schrill. Die

Mutter eilt aus Telephon, nimmt das Hörrohr links aus

der Gabel und hält es leicht ans Ohr.-Gott sei Dank!

Also keine Lebensgefahr! Die kleine Emma, die nebender Mutter steht, atmet auf. Da hält ihr die Mutter dasandere Hörrohr ans Ohr klar und deutlich hört siedes Vaters Stimme, jedes Wort so verständlich, als wäreder Vater vor ihr. Wie ist das möglich?

Um die Wirkungsweise des Telephons verstehen zukönnen, gehen wir von ein paar einfachen Versuchen aus.

2. Bringen wir ein Eisenstück in das Feld eines Mag-neten, so wird das Eisen magnetisch; es zieht eine Stahl-feder an. Das Wachrufen von Magnetismus in Eisen, dasin das magnetische Feld gebracht wird, geschieht durchInduktion. In ähnlicher Weise können wir durch In-duktion auch elektrische Ströme erzeugen.

Folgender Versuch wird uns hievon überzeugen:

a) AB in Fig. 4 ist eine dünnwandige Holzrolle. Sieist mit vielen hundert Windungen feinen Kupferdrahtes, dermit Seide gut isoliert ist, umsponnen. Anfang und Endedieses Drahtes führen zu den Klemmen Ki und K 2 . Dieseselber verbinden wir durch einen dicken Kupferdraht, damitder Widerstand möglichst klein ist, mit einem Galvanometer.Das ist ein kleines Messinggehäuse, das ebenfalls vondünnem, isoliertem Kupferdraht umsponnen ist und in derMitte einen kleinen Stabmagneten trägt. Eine Ablenkungdieses Stabmagneten wird durch den Ausschlag eines senk-rechten Zeigers angegeben. Das Galvanometer ist einStromanzeiger. H ist ein starker Magnetstab aus Wolfram-stahl. Ich beobachte nun das Galvanometer und stosserasch den Magnetstab in die Drahtspule A B. Das Galvano-meter schlägt einen Augenblick nach links aus, kehrtaber sofort in die Ruhelage zurück. Hieraus folgt: in der

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