Buch 
Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Appenzell Innerrhoden : viertes Schuljahr
Entstehung
Seite
64
JPEG-Download
 

jetzt nicht. Das Pferd ist nicht mein. Der, dem es gehört,soll es nächster Tage aus meinen Händen zurückbekommen.Eben deshalb bin ich unterwegs. Daß aber dieser wütende'Kerl über mich herfällt und es nur mit Gewalt wegreißenwill und mich einen Dieb schilt, das werde ich nimmermehrleiden; denn ich bin ein ehrlicher Bote." Und nun erzählteThomas, wie er zu dem Pferde gekonnnen sei, und wohiner damit wollte. >

9. wie nun Cbomas den Kindern eine Mutter findet.

1. Da traf cs sich, daß die Frau in Trauerkleidern ebendie Frau Rosa Staufenberg war, welcher das Pferd ange-hörte, und der es Thomas bringen sollte. Das war nun auchrecht gut. Die Frau gab ihm ein schönes Trinkgeld für seineMühe und er hätte wieder nach Hause zurückkehren können.Er bedankte sich auch schon auf das beste und wollte nach derWirtsstube uinkehreir.

2. Da siel ihm wieder ein, daß er sich wegen eines ganzandern Geschäftes auf die Reise begeben habe. Über dem ge-waltigen Handel war es ihn: ganz aus dem Sinne gekommen.Er kehrte also wieder um, und mit der Mütze in der Handsagte er zu der Frau, die schon wieder die halbe Treppehinaufgegangen war:So geht das nicht; nehinen Sie Ihr" Geld nur wieder, Sie müssen schon so gut sein und mir dasRoß noch auf zwei Tage leihen. Ich hab' es ja eben darummitgenommen."

3 . Der Frau kam das freilich sonderbar bor. Sie standstill, lächelte den Thomas an und forschte nach seiner Meinung.Da fing er nun die ganze Geschichte von born an. Er erzählte,wie er die Kinder an jenem Abend auf der Straße gefunden,tvie er ihren Vater begraben und nun eine Mutter für siesuche, da sie für seine Wirtschaft zu fein wären. Und amEnde der Erzählung zog er ein Tuch aus der Tasche undwickelte den Bries heraus, den die Oberforstmeisterin an ihreSchwester geschrieben hatte.