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4. Thomas hielt der Frau den Brief hin, so daß sie dieAufschrift lesen konnte. „Das ist an mich", sagte sie. — „Nun,wenn das Schreiben an Sie ist", fuhr Thomas fort, „sowerden Sie daraus sehen, wie die Meinung ist." Und dabeigab er ihr den Brief. Während sie las, wendete er kein Augevon ihr. Die Frau gefiel ihm, und er wünschte, daß sie dieKinder zu sich nehmen möchte. Die Kinder aber hatte erhinter sich gestellt. Die Frau überlas den Bries, schüttelte denKopf, las jha noch eimnal und sagte für sich: „Zwei fremdeKinder auf einmal — und Franzosen!" — Sie las ihn zumzweitenmal herunter und kam an die Worte: „Gott schickt siedir zum Ersatz für die Engel, die er eben zu sich genoininen."Da kamen ihr die Tränen in die Augen und sie sagte sanft:„Nun, so zeigt mir doch Euere Pflegekinder!" Da warThomas froh, wie er sie so freundlich sah, und daß ihr dieTränen in den Augen standen, und dachte: „Wenn sie dieKinder erst sieht!" Und nun stellte er zuerst Luise bor sich,die gleich der Frau sehr artig die Hand küßte, und dannden Jakob. — „Ach! die Engel!" rief die Magd, die danebenstand.
5. Und die Frau Rosa war auch über den Anblick derschönen Kinder so betroffen, daß sie rasch in ihrem Herzenentschlossen war. Sie sah sie noch ein Weilchen an, nahmdann eins ums andere iu die Höhe, küßte sie und sagte: „Ichwill euere Mutter sein!" — Da kehrte sich Luise zu ihremBruder und sagte ganz erfreut: „Ach, Jakob, nun habenwir wieder eine Mutter gefunden!" — Jakob aber hielt denguten Thomas fest bei der Hand, als ob ihm bange wäre,ihn zu verlieren. Die Sache war mnt bald in Ordnunggebracht.
6. Ain folgenden Morgen trennten sich die beiden Par-teien. Thomas kehrte zu Fuß nach Hause zuriick und FrauStaufenberg im Wagen. Luise wurde init hineingenommen;Jakob aber fuhr auf seinem Kutschchen hintendrein und sah
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