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Lesebuch für das achte Schuljahr der Volksschule des Kantons St.Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. v. Erziehungsrate
Entstehung
Seite
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Möchtest du, mein Teuerster, auch einmal hinkommen und mitmir einige Tage auf meinen neuen Dämmen herumwandeln;über wie vieles hätten wir uns zu besprechen!

Immer aufs herzlichste Dein Escher.

Schwind an Mörike.

Sehr verehrter Freund!

Ich wollte, Sie müßten einmal in eine fremde Stadt undFresko malen, damit Sie wüßten, wie es schmeckt, wenn einemniemand schreibt. Man könnte gerade so gut auf dem Zobelfangsein, und es fragt sich noch, ob die Kälte nicht angenehmer feials die Hitze, die ich hier ausstehe.

Es geht Tag für Tag wie in der Tretmühle, und Sams-tags, da aber nicht einmal ausbezahlt wird wie bei den benei-denswerten Steinhauern, tun einem alle Knochen weh.

Was macht Ihre vierte Auflage? Mit meiner Arbeit gehtssehr vorwärts und nächste Woche dürfte das für dies Jahr be-stimmte große Bild fertig sein. Stellenweise denke ich der Fresko-malerei einiges abgewonnen zu haben, das sie bisher für sichbehalten hat. . .

Für sehr ersprießlich, förderlich und angenehm würde icheinen Brief von Ihnen ansehen, mit einigen guten Nachrichtenvon Ihnen und den werten Ihrigen. Die Geselligkeit ist hier fürmich, der ich weit draußen wohne und nach der Arbeit müdbin, nicht groß . . .

Leben Sie recht wohl und nehmen Sie meine Adresse miteinigem Wohlwollen in Ihr Herz auf! Schwind.

Aus: Briefwechsel zwischen Ed. Mörike und Moritz Schwind.

Ioh. Georg Müller an seinen Vater.

Wien, am Weihnachtssonntag 1847.Mein teurer Vater!

Endlich wird mir die Freude zu Teil, Euch durch Übersen-dung eines Abdruckes meiner Schrift über die Vollendung des

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