Baumwollplantagen; am höchsten steht der Baumwollbau inNordamerika.
Eine ungeheure Entwicklung zeigte in den letzten Jahr-zehnten die Gewinnung von Kautschuk und Guttapercha. ImJahre 1830 wurden 230 Tonnen Kautschuk nach Europa ge-liefert; 1896 stieg die Ausfuhr auf 31 500 Tonnen, was durchdie Ausdehnung der Fahrrad- und Automobilindustrie verur-sacht wurde. Als die Nachfrage mit einemmale so gross wurde,begann ein sinnloses Abschlachten der Bäume, deren erstarr-ter Milchsaft Kautschuk genannt wird; aber jetzt ist man zuvernünftigeren Methoden zurückgekehrt. In Indien ist derGummibaum der wichtigste aller kautschukliefernden Baum-arten. Seine Rinde wird mit Querschnitten versehen und derherausfliessende Milchsaft aufgefangen; dann wird er gekocht,umgerührt, gepresst, auf Blechplatten gebreitet, zusammenge-rollt und in Klumpen in den Handel gebracht.
Aus Indien erhalten wir ferner eine Reihe von Gewür-zen, Zimt, die Rinde an den Zweigen des Zimtbaumes, Pfeffer,den Alexander der Grosse zuerst in Europa einführte, Ing-wer, Sesam, aus dessen Früchte feines Speiseöl gepresst wird.Ausserdem gedeihen hier Tee, Kaffee, Tabak und noch einKraut, das Segen und Fluch zugleich ist, der Mohn. Ritztman mit einem Messer seine unreife Fruchtkapsel, dannsickert ein weisser, milchiger Saft heraus, der braun wird undan der Luft erstarrt. Das ist Opium. Der Ertrag der Opium-pflanzungen in Persien und Indien geht zum grössten Teilnach China. Der Chinese ist ein leidenschaftlicher Opium-raucher.
Auf endlos langen Feldern baut man in Indien dasZuckerrohr, dessen Saft 20% Zucker enthält. In Indiensalter Sprache, im Sanscrit, heisst er Sakkara, und die Araber,die ihn nach den Küsten des Mittelmeeres brachten, nanntenihn Sukkar. So heisst er auch, mit kleinen Abweichungen, inallen Sprachen Europas und in vielen Asiens.
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