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Stcingeroll war aber ihr Bett allmählich so hoch geworden, daß siedurch keine Wuhren mehr cingcdänimt werden konnte. Bei jederAnschwellung des Wassers überschwemmte die Linth ihre Ufer undergoß sich über die Ebene. Dadurch wurde das Land zu einemöden Sumpfe, durch dessen giftige Ausdünstung ansteckende Krank-heiten entstanden. Da faßten zwei wackere Männer, die RatsherrenEscher von Zürich und Schindler von Mvllis, den hochherzigenEntschluß, das Land aus diesem Elende zu erretten. Mit 600 Arbeiternbegannen sie die Ausgrabung eines Kanales. Durch diesen wirdnun die Linth in den Wallensce geleitet, wo sie ihr Geschiebe ab-lagern kann. Bon dort führt ein zweiter Kanal den Abfluß desWallensccs in den Zürichsee. In zehn Jahren war das Werk voll-endet; die Sümpfe trockneten aus, und die öde Gegend wurde ineine fruchtbare Ebene mit herrlichen Wiesen und Gärten umge-wandelt (1804—1822).
Handel und Gewerbe wurden erleichtert durch die Erbauungmehrerer Alpcnstraßen, so über den Bernhardin, den Splügeu,den Julicr und den St. Gotthard (1818—1880).
54. I>er Sievner- und der Karueröund.
Obwohl zur Zeit der Restauration manches Gute gestiftet wurde,so konnten die Gemüter dennoch nicht beruhigt werden. Viele warenunwillig darüber, daß durch den Fünfzehncrbund die Vorrechte ein-zelner Städte, Ortschaften und Familien wieder hergestellt wordenwaren. Diese lluznfriedcuen erinnerten das Volk an die Rechteund Freiheiten, welche es einst durch die helvetische Verfassung er-halten hatte. Es bildeten sich darum zwei Parteien: die liberaleund die konservative. Die Liberalen forderten eine Änderungder Verfassung; die Konservativen dagegen wollten an den be-stehenden Verhältnissen festhalten.
In Lnzcrn. Zürich, Bern, Svlothurn, St. Gallen,Aargau und Thurgau wurden die Verfassungen im Sinne derLiberalen geändert. Alle Vorrechte der Orte und der Personenwurden abgeschafft und allen Bürgern gleiche Rechte gewährt. Diesesieben liberalen Kantone schlössen einen neuen Bund. Durch denselbenverpflichteten sie sich, zur Aufrechterhaltung ihrer neuen Verfassungeneinander Hilfe zu leisten. Dieser Bund wurde der Siebner-Bundgenannt (1832).
Auch in den äußeren Bezirken des Kantons Schwyz und inder Landschaft des Kantons Basel verlangten viele Unzufriedene