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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Keinen Wandersmann sein Auge schaut,

Der ihm den rechten Weg vertraut.

Fort gehts wie auf Sammt auf dem weichen Schnee rWann rauscht das Wasser, wann glänzt der See?Da bricht der Abend, der frühe, herein,

Von Lichtern blinket ein ferner Schein.

Es hebt aus dem Nebel sich Baum an Baum,

Und Hügel Schliessen den weiten Raum.

Er spürt auf dem Boden Stein und Dorn,

Dem Rosse gibt er den scharfen Sporn,

Und Hunde bellen empor am Pferd,

Und es winkt im Dorfe ihm der warme Herd.Willkommen am Fenster, Mägdelein,

An den See, an den See, wie weit mag's sein?

Die Maid, sie staunet den Redner an :

»Der See liegt hinter dir und der Kahn.

Und deckt ihn die Rinde von Eis nicht zu,

Ich sprach, aus dem Nachen stiegest du.«

Der Fremde schaudert, er atmet schwer:

»Dort hinten die Ebne, die ritt ich her!«

Da recket die Magd die Arm in die Höh:

»Herr Gott! so rittest du über den See.

An den Schlund, an die Tiefe bodenlosHat gepocht des rasenden Hufes Stoss.

Und unter dir zürnten die Wasser nicht?

Nicht krachte hinunter die Rinde dicht ?

Und du wardist nicht die Speise der stummen Brüt,.

Der hungr gen Hecht in der kalten Flut?«

Sie rufet das Dorf herbei zu der Mähr,

Es stellen die Knaben sich um ihn her.

Die Mütter, die Greise sie sammeln sich:

»Glückseliger Mann, ja segne du dich!

Herein zum Ofen, zum dampfenden Tisch.

Brich mit uns das Brot und iss vorn Fisch!«

Der Reiter erstarret auf seinem Pferd,

Er hat nur das erste Wort gehört.

Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,

Dicht hinter ihm grinst noch die grause Gefahr.

Es siehet sein Blick nur den grässliclien Schlund,

Sein Geist versinkt in den schwarzen Grund.

Im Ohr ihm donnerts wie krachend Eis,

Wie die Well umrieselt ihn kalter Schweiss.

Da seufzt er, da sinkt er vorn Ross herab,

Da ward ihm am Ufer ein trocken Grab.

Gl. Schw ab.