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Es zieht vorn Utoberge des rauhen Redings MachtHerunter in die Eb’ne und ordnet sich zur Schlacht. —
Nun haltet fest zusammen, ihr zürcherischen Reih’n,
Und kämpft als »vack’re Männer, der Tag wird blutig sein.
Wer ist der hohe Ritter, der durch die Strassen sprengt,
Und mit dem Feldherrnstabe die Zürcherkrieger lenkt?
Das ist der alte Stüssi, der trotzigkühne Held;
Scharf messen seine Blicke das kampfgewählte Feld.
Schon tobt das Handgemenge, der wilde Schlachtruf schallt,
Die Felsenmänner stürzen heran mit Sturmgewalt;
Die weissen. Kreuze schimmern auf ihrer mut’gen Brust,
In ihrem Arm ist Stärke, im Auge Siegeslust.
Noch schwebt des Ruhmes Wage, noch kämpft man wutentbrannt,Noch flattern hoch die Banner, dem Feinde zugewandt;
Schon färbt das Blut. den Boden rings purpurfarbenrot,
In grimmerglühte Herzen senkt kalter Stahl den Tod.
Urplötzlich tönt im Rücken der zürcherischen Schar:
»Flieh’ Zürich! fliehe! fliehe! Du bist des Sieges bar.«
Und wie ein höll’scher Zauber, mit schauderhafter MachtHat sie der Ruf ergriffen, von Feindeslist erdacht.
Sie zagen, wanken, weichen; sie achten nicht der Schmach;Die Alpensöhne siegen und dringen jauchzend nach.
Es stürzt der tapfre Lommis dahin zur ew’gen Ruh’,
Die Zürcher treibt der Schrecken, sie flieh’n dem Tore zu.
Ha, seht dort auf der Brücke den majestätischen GreisWie flattert in dem Winde sein Haar so silberweiss;
Wie blitzt das kühne Auge, wie flammt das Angesicht;
Wie mächtig braust die Stimme, die Mut und Strafe spricht!
Sie, Feldherrnwort nicht achtend, flieh’n rechts und links vorbei.Er steht, dem Sturme wehrend, und hält die Brücke frei.
Fest steht er, unerschlittert, ein Wehrturm, felsenstark;
Und Blitze schlägt die Mordaxt in frecher Feinde Mark.
Ob immer neue Scharen des Siegers dringen an. —
Gewalt’ge Stösse tönen um ihn, den einz’gen Mann ;
Fort kämpft der alte Stüssi, zermalmt sie löwenwild;
Und siegreich auf der Brücke flammt stolz das Heldenbild.
Da ruft ein Sohn der Berge: »Kommt, Brüder, folget mir!
Gar nieder ist die Brücke, die Balken heben wir.
Dann soll ihn sicher treffen der Tod von untenher;
Bald trieft von seinem Blute mein stahlbespitzter Speer.«