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O, was für eine Menge Steine! Das waren ja wohltausend Stück oder vielleicht gar hundert! Es kamaber noch immer besser. Eines Tages kam ein Mann,schüttete weisse Steine in eine Grube, liess kaltesWasser darüber laufen, und alles fing an zu kochen!Der kleine Asmus drückte mit seinem Naschen fastdie Fensterscheibe ein, so genau sah er zu. Und dieAugen riss er auf — sperrangelweit. Und als er zu-fällig den Mann ansah, der Steine kochen konnte,da stand er da und sah ihn auch an und riss auchdie Augen auf und lachte dann und nickte ihm zu.Asmus schämte sich und zog sich ins Zimmer zurück.Als dann aber einer von jenen Frühlingstagen kam,die zu allem Mut machen, ging er hinaus und kamdem Bauwerk immer näher, und als der Steinkocherden Finger in den Mund steckte und dann einenKnall hervorbrachte, wie wenn ein dicker Pfropfenaus der Flasche fliegt, da waren sie von Stunde anFreunde. Asmus sagte „Onkel Steinemann“ undder Maurer sagte „Meister“. Der Maurer fragte:„Na, Meister, wo soll ich jetzt den Stein hinlegen?“und dann sagte Asmus „da“, und nach Hause kamAsmus nur noch zu den Hauptmahlzeiten. „Nunbauen wir die Wohnstube!“ rief er dann, wenn erzur Tür hereinkam. Otto Emst.
79. Der frohe Senn.
Morge friieh, wenn d’Sunne lacht,und si alles lustig macht,gohn i zu de Chüehne use,lo mer’s ob em Tau nit gruse.
Bi dene Chüehne uf der Weidhet der Senn si Freud.