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sich nicht wieder herab, und der Goldkäfer mussteihn jedesmal herunterholen.
Eines Abends war er richtig wieder fort. Als erzum Abendessen immer noch nicht da war, fingMutter Schnecke an zu jammern und besorgte, esmöchte ihn irgend jemand aufgefressen haben — eswar nämlich ein Schnecklein ohne Haus. Sie sagte,wenn sie nicht ihr Wickelkindchen hüten müsste, sowürde sie selbst gehen, um ihn zu suchen.
„Wissen Sie was?“ sagte die freundliche Frau desGoldkäfers, „ich will gerne zu Ihrem Kindchen sehen.Wenn ich nun auch alt bin, so habe ich doch einmalüber hundert Kinder gehabt und weiss noch ganzgut, wie man ihnen die Flasche gibt.“
Die Schneckenmutter bedankte sich vielmals, undsie und ihr Mann zogen aus, um den Jungen zusuchen. Sie liefen um den halben Teich herum, fan-den ihn nicht und kamen endlich todmüde nachHause.
Da erbot sich der Goldkäfer, er wolle nungehen und sein Heil versuchen; er könne dochschneller laufen als die Schneckenleute und kommeweiter als sie. Sie waren sehr froh, und der Käfertrollte ab.
Wer aber nicht wieder kam, war unser Goldkäfer.Endlich wurde seine Frau böse und sagte zu denNachbarn: „Was wollt ihr wetten, der sucht denSchneckenbuben gar nicht, sondern sitzt irgendwo ineinem Wirtshaus und amüsiert sich! Ich kenne denLeicht fass und will gehen und ihm heimleuchten.“
Und richtig, im Wirtshaus zur gelben Lilie sasser seelenvergnügt und hatte ein Schöpplein vor sich;wie er aber seine Frau sah, die ihm winkte, da wussteer, dass es Zeit sei, heimzugehen. Sie packte ihn am